21.04.2012

Pendeln (be)steuern

Kommentar von Steffen Schmidt

Nicht jeder, der kilometerweit mit dem Auto zur Arbeit fährt, macht das freiwillig. Doch viele sind durchaus gern aus den Großstädten hinaus ins Umland gezogen. Zur Arbeit und für Kulturangebote allerdings zieht es auch diese Leute wieder in den Großstadtmoloch. Bei stagnierender Ölförderung und entsprechend steigenden Spritpreisen wird das allerdings teuer. Und bei der Forderung nach erhöhter Steuerentlastung für Berufspendler kennt Deutschland derzeit fast keine Parteien mehr.

Nun kommt ausgerechnet aus einem der etablierten Wirtschaftsforschungsinstitute der Ruf, man solle Staus, Zersiedlung der Landschaft und Unfallgefahren nicht noch mehr subventionieren, sondern statt dessen besteuern, um so die externen Kosten des Pendelns für die Allgemeinheit endlich für jeden Einzelnen sichtbar machen. Denn diese Kosten tragen wiederum vor allem die aus Überzeugung oder mangelndem Kleingeld fürs Häuslebauen Zurückgebliebenen in den Großstädten. Die empörten Zwischenrufe von ADAC bis LINKE sind ebenso vorhersehbar wie die Zustimmung der Umweltverbände. Und doch, angesichts endlicher Ölvorräte ist ein Ende der aufs Auto zugeschnittenen Mobilität unausweichlich. Eine solche Steuer könnte ja auch zur Finanzierung einer Pendlerbeihilfe für sozial Bedürftige beitragen.

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