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23.04.2012
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Nachgiebig?

Wenche Elizabeth Arntzen - Richterin im Fall Anders Breivik

Wenche Elizabeth Arntzen stammt aus einer Familie von Juristen. Ihr Großvater Sven Arntzen erwirkte als Ankläger 1945 Todesstrafen gegen Kollaborateure der deutschen Faschisten, darunter der norwegische Naziführer Vidkun Quisling.

Die Todesstrafe ist inzwischen abgeschafft, selbst lebenslängliche Haft gibt es in Norwegen nicht mehr. Aber auch die 52-jährige Amtsrichterin Arntzen trägt historische Verantwortung. Als Vorsitzende im Prozess gegen den 77-fachen Mörder Anders Breivik leitet sie ihr wichtigstes Verfahren, seit die frühere Staatsanwältin 2007 Richterin wurde.

Ihre Abneigung gegen den Angeklagten ist spürbar. Zwar setzt sie ihre Autorität im Gerichtsaal nicht durch Lautstärke oder rauen Ton durch. Wenn sie den Angeklagten anspricht, sagt sie »Du« oder »Breivik« - »Herr« und »Sie« gelten in Norwegen als veraltet. Auch der Angeklagte duzt die Richterin. Aber sie stellt jede Frage in abweisendem Ton und schaut Breivik dabei durchdringend an, um Distanz zu wahren.

Dennoch waren die Urteile über ihre Arbeit nach der ersten Prozesswoche geteilt. Sie gehe mit den Herausforderungen souverän um und halte an norwegischen Werten fest, meinen die einen. Im Prozess muss sie entscheiden, ob Breivik, dessen Schuld außer Frage steht, geistig krank ist und in die Psychiatrie eingewiesen werden muss, wo er bis ans Lebensende festgehalten werden könnte. Wird er dagegen für straffähig erklärt, könnte der 33-Jährige bei guter Führung schon mit rund 50 Jahren aus der Haft entlassen werden.

Andere werfen der Richterin aber Passivität vor. Sie habe versäumt, die Schöffen genau kontrollieren zu lassen. Prompt musste einer entlassen werden, weil er auf Facebook die Todesstrafe gefordert hatte. Tags darauf ließ Frau Arntzen Breivik eine Stunde lang sein rechtsextremes Manifest verlesen. Sie bat ihn zwar fünf Mal, seine Ausführungen abzukürzen, ließ ihn aber gewähren, als er seine Opfer gleichsam noch einmal verhöhnte. Zu nachgiebig, meinten Beobachter. Norwegens Medien halten sich dennoch zurück. Offene Kritik ist im kleinen Norwegen selten. André Anwar, Oslo

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