Von Oliver Händler
23.04.2012

Eine Stadt feiert ...

... den alten und neuen deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund nach einer famosen Siegesserie

Ganz Dortmund strahlt in Schwarz und Gelb. Zehntausende Fans feiern seit Samstagabend 20.20 Uhr die Titelverteidigung der Borussia. Autokorsos verstopften die Innenstadt, in Brunnen und Bars wurde getanzt, gesungen und getrunken. Die offizielle Meisterfeier (13. Mai nach dem Pokalfinale gegen Bayern München) steht zwar noch aus, doch das interessierte in Dortmund niemanden.

Überraschend war der Titelgewinn für die Dortmunder nicht mehr. Sieben Punkte waren sie voraus bei noch neun zu vergebenden. Nur mit Bayer Vizekusen auf Platz eins hätte wohl noch jemand auf die Bayern gewettet, doch nicht beim BVB. Zu dominant war der seit September 2011 in der Bundesliga aufgetreten.

Das 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend vollendete einen selten zuvor erlebten Durchmarsch. Die Borussia hat von den vergangenen 16 Spielen 14 gewonnen, ist seit 26 Partien unbesiegt. Innerhalb einer Saison ist das bereits Bundesligarekord. Da kann niemand behaupten, es hätte die falsche Mannschaft getroffen - auch wenn die Bayern im Halbfinale der Champions League stehen und Dortmund bereits in der Gruppenphase ausschied.

Der Herbst 2011 war nicht einfach für Dortmund. Als Meister war die Truppe von Trainer Jürgen Klopp schwach gestartet, lag nach sechs Spielen nur auf Rang elf und hatte acht Punkte Rückstand auf die Bayern. Nicht wenige hatten damals viel zu voreilig vom verlorenen Titel gesprochen. Doch Dortmund ließ sich weder davon aus der Ruhe bringen noch vom Naivitätsgerede infolge der Niederlagen im Europapokal oder von verbalen Sticheleien der Münchner Chefetage. »Borussia Dortmund hat eine sehr gute Saison gespielt, Klasse und Konstanz bewiesen und ist deshalb verdient deutscher Meister«, gratulierte nun auch Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Die jungen Wilden des BVB sind ein bisschen reifer geworden. Klopp auch. Er brauchte lange, um Lucas Barrios auf die Bank zu setzen und dafür Robert Lewandowski im Sturm zu vertrauen. Mal sehen, wen er aus der Startelf nimmt, wenn in der kommenden Saison Mario Götze und Marco Reus in diese drängen. Für Klopp kein Problem: »Diese Mannschaft kann jeder trainieren.« Eins ist sicher: Sie wird auch in der kommenden Saison um Titel spielen, vielleicht auch um einen internationalen.

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