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25.04.2012
Fragwürdig

Hilfe bei Familienrecherche?

Kay-Uwe von Damaros ist Pressereferent der Topographie des Terrors in Berlin

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nd: Herr von Damaros, die Stiftung »Topographie des Terrors« in Berlin veranstaltet immer wieder Seminare zum Thema »Familienbegegnungen«. Das Interesse an der Rolle der eigenen Angehörigen in der NS-Zeit bleibt groß?
von Damaros: Die Seminare in diesem April waren umgehend ausgebucht. Wir vermuten, dass viele Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens einfach mehr über die Rolle ihrer Familienangehörigen in der NS-Zeit wissen möchten. Die Stiftung erreichen jedenfalls häufig diesbezügliche Anfragen. Dabei geht es oft darum, den persönlichen Familienerzählungen Informationen aus den Archiven oder der Fachliteratur gegenüber zu stellen. Insbesondere sind dabei beispielsweise die Mitgliedschaft oder die Tätigkeit in Institutionen des NS-Staates von Interesse, vor allem NSDAP, SS, Polizei und Wehrmacht.

Wie helfen Sie den Teilnehmern bei der Familienrecherche über Eltern, Großeltern oder Verwandte?
Sie erhalten konkrete Informationen darüber, welche Archivbestände bei einer Familienrecherche in Bezug auf die NS-Zeit und insbesondere in Bezug auf die Mitgliedschaft in einzelnen NS-Institutionen relevant sind. Darüber hinaus werden ihnen die Möglichkeiten bei der Internetrecherche und der Benutzung der Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors vorgestellt. Auch das Thema private Fotoproduktion in der NS-Zeit wird angesprochen.

Was interessierte am meisten?
Die Bandbreite ist groß. Von Interesse sind auf jeden Fall Informationen über die konkreten Nutzungsbedingungen in den Archiven. Personenbezogene Unterlagen sind erst nach Ablauf einer Schutzfrist frei zugänglich, ausgenommen sind nahe Verwandte. Es gibt zum Beispiel bei den Schutzfristen auch Unterschiede zwischen dem Bundesarchiv und den Archiven der Länder, darüber werden die Teilnehmer informiert.

Kann auch gleich geholfen werden?
Die Teilnehmer erfahren ganz konkret, wohin sie sich direkt wenden können. Einige Archive sind bei fast allen Recherchen relevant. Insgesamt geht es darum, den Teilnehmern zu vermitteln, wie viele Möglichkeiten der Recherche es gibt. Am Anfang steht in der Regel die selbstständige Durchsicht der privaten Überlieferung, dabei wird die Individualität der einzelnen Lebensabläufe deutlich. Daraus lässt sich dann eine Recherchestrategie, wenn man es so nennen will, entwickeln.

Welche Institutionen helfen Ihrer Stiftung bei den Seminaren?
Dieses Angebot beruht auf der Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv, der »Deutschen Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht«. Seit diesem Jahr ist auch das Landesarchiv Berlin dabei.

Wohin wenden sich all diejenigen mit ihren Fragen, die keinen Seminarplatz bekommen konnten?
Sie können sich direkt an die genannten Einrichtungen wenden, aber natürlich auch an die Stiftung Topographie des Terrors. Entsprechende Anfragen sollten an info@topographie.de gerichtet werden; Betreff: »Familienrecherche«.

Fragen: Andreas Heinz

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