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Von Reiner Oschmann
26.04.2012

Viele Frauen lehnen Romney ab

Wählerinnen kritisieren Geschlechterbild des US-Präsidentschaftsbewerbers

Multimillionär Mitt Romney hat am Dienstag mit klaren Vorwahlsiegen in fünf Bundesstaaten einen entscheidenden Schritt zur Nominierung als Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner und damit als Herausforderer Präsident Obamas bei den Wahlen im November getan. Doch in einer Gruppe begegnet ihm besonders viel Ablehnung: bei Wählerinnen.

Mitt Romney hat zwar auch nach diesem Fünffacherfolg die 1144 Delegiertenstimmen, die für die offizielle Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner Ende August erforderlich sind, noch nicht sicher. Diese Hürde wird er nach Berechnungen des TV-Senders CNN erst im Mai nehmen. Aber Romney wertete die Ergebnisse als Bestätigung dafür, dass ihn die Republikaner mit der Entthronung Obamas beauftragt hätten. Wie er in der Nacht zum Mittwoch in Manchester (New Hampshire) ankündigte, will er den Präsidenten vor allem wegen dessen dürftiger Wirtschaftsbilanz angreifen. Doch auch Romney stehen noch Hürden im Weg. Vor allem bei den Wählerinnen stößt er auf besonders große Ablehnung.

Männer regieren die Welt und Frauen regieren die Männer. Wenn das so ist, dann hat der 65-Jährige ein Problem auf seinem keineswegs aussichtslosen Weg, am 6. November 45. Präsident der USA zu werden: Laut Zensus 2010, der jüngsten Volkszählung, gibt es fünf Millionen mehr Frauen (157 Millionen) als Männer im Lande - und die mehr oder minder feste Gewohnheit, dass Frauen mehrheitlich lieber Kandidaten und Amtsinhaber der Demokratischen Partei wählen, Männer dagegen oft Anwärter der Republikaner vorziehen. Das war auch 2008 so. Der heutige Präsident bekam gegen Senator John McCain (Republikaner) zwar nur 49 Prozent der männlichen, jedoch 56 Prozent der Frauenstimmen. Obama ist insofern ein Präsident der Frauen.

In diesem Wahlherbst könnte das weibliche Votum erneut den Ausschlag geben und Obama erneut begünstigen. Falls der jetzige Trend nicht bricht, was ungewiss ist. Der heiße Wahlkampf steht schließlich noch bevor. Derzeit aber trifft Romney, der frühere Gouverneur von Massachusetts (2003 - 2007), gerade unter weiblichen Wählern auf besonders viel Ablehnung. Bundesweite Umfragen bescheinigen ihm bei Frauen einen Rückstand auf Obama von 19 Prozentpunkten, während er nach einer Umfrage von »Washington Post« und Fernsehsender »ABC News« bei Männern mit acht Prozentpunkten vorn liegt. Obamas Frauen-Vorsprung zeigt sich auch in den »Swing States«, jenen Bundesstaaten, in denen die Wählerpräferenzen häufig zwischen Republikanern und Demokraten wechseln - und die gerade deshalb wahlentscheidend sein können.

Die Ursachen für Romneys Manko werden sowohl mit seiner Person und Position als auch mit Aussagen und Atmosphäre im bisherigen republikanischen Vorwahlkampf verbunden. Da gab es vieles, was Frauen abstieß und sie an seinem zeitgemäßen Frauenbild zweifeln ließ. Alle republikanischen Anwärter überboten sich in einer oft gänzlich lebensfremden Ablehnung von Verhütung und Abtreibung. Auch Romneys erklärte Absicht, im Falle seiner Wahl die staatliche Organisation »Planned Parenthood« (Familienplanung) abzuschaffen, bringt viele Frauen derzeit gegen ihn auf. Schließlich kümmert sich die Vereinigung jährlich um rund drei Millionen Menschen. Sie steht ihnen zum Beispiel prophylaktisch (Krebsvorsorgeuntersuchung) und in diesem Zusammenhang beratend zu Fragen der Schwangerschaftsverhütung zur Seite.

Der Investmentmanager Romney, der bisher auch in Gleichstellungsfragen von vielen Frauen als kaltschnäuzig empfunden wird, will im Wahlkampf nun verstärkt Ehefrau Ann (63) einsetzen. Sie ist Mutter von fünf Söhnen, Oma von 16 Enkeln und selbst betroffen von Brustkrebs und Multipler Sklerose. Sie soll helfen, die öffentliche Wahrnehmung ihres Mannes wenigstens auf Zimmertemperatur zu heben.

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