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Von Tobias Riegel
26.04.2012

Marathon mit Muße

Die Lange Nacht der Opern und Theater geht in die vierte Runde

Im Theater des Westens können Blutsauger auch das Tageslicht vertragen - und singen. Ein Duett aus dem Musical »Tanz der Vampire« stimmte am Dienstag in den Ausblick zur vierten Langen Nacht der Opern und Theater am 28. April ein. Allein die Masse von 57 teilnehmenden Häusern und die dort vorgetragenen 150 Programme beeindrucken einmal mehr. »Es gibt schlicht keinen ›Kulturinfarkt‹«, konstatierte angesichts dieser Bandbreite der Direktor der Schaubühne, Friedrich Barner, anspielend auf das gleichnamige Buch dreier Kulturmanager.

Neu bei der jährlichen Leistungsschau der Berliner Bühnenkunst ist dieses Mal, dass es nun eine direkte Shuttle-Route zwischen den beiden Zentren Volks- und Schaubühne gibt. Zudem sind neun Häuser erstmals mit von der Partie.

Ansonsten ist »das Programm der Star« des langen Bühnenabends, wie Gabriele Miketta von den Kulturprojekten Berlin feststellte. Und das reicht in seinen Extremen von Romeo und Julia als Kochshow (Schaubude) über Bodybuilding unter Anleitung eines ehemaligen Mr. Universe (Theater an der Parkaue), einer Mischung aus Hip-Hop, Flamenco und türkischem Tanz (Ballhaus Naunynstraße) bis zu einer Opernsatire im Konzerthaus. Hier doktern drei neurotische Regisseure an einem bedauernswerten Darsteller herum, bis dieser zusammenbricht.

Dem geneigten Besucher stehen in jener Nacht außerdem Beiträge aus den Genres Oper, Chanson, Revue, Musical, Varieté, klassischer und moderner Tanz, Improvisationstheater, Kabarett und Kriminaltheater, Puppen- und Maskentheater, Lesungen, Konzerte und Film zur Qual der Auswahl. Sprechtheater auf höchstem Niveau bieten die etablierten Häuser.

Doch Berlin ist laut Kirsten Hehmeyer vom Hebbel am Ufer nicht nur bundesdeutsche Kultur-, sondern auch Bildungshauptstadt. »Alleine fünf Schauspielschulen präsentieren sich bei der Langen Nacht«, rechnete Hehmeyer vor. »Wer sich also in den Berufen der Bereiche Musical, Oper oder Puppenspiel orientieren will, kommt hier auf seine Kosten.«

Erstmals am Start sind mit der Berliner Schule für Schauspiel und der Staatlichen Artistenschule Berlin zwei jener Bildungsinstitutionen. Neulinge sind dieses Jahr auch das Theater Habbema, das Kühlhaus am Gleisdreieck, die Kulturfabrik Moabit, das Theater Aufbau Kreuzberg, das Theater unterm Turm sowie das Zebrano Theater.

Auch die Kleinen sollen ihren Teil Kultur abkriegen, und werden diesbezüglich in sieben Häusern ihr Glück finden können. So zeigen die Brotfabrik, das Galli Theater, die Schaubude, das Theater ohne Namen, die Ufa-Fabrik sowie das Zimmertheater Steglitz bereits ab 16 Uhr Programme für den Nachwuchs. Das Grips Theater, das eigentlich mit Stücken für Erwachsene punkten wollte, stellte die Inhalte aus aktuellem Anlass um: Da Geldnot die Kindersparte des Theaters bedroht, sollen als Statement ausschließlich Ausschnitte aus Inszenierungen für Kinder präsentiert werden. Zudem will Grips-Gründer Volker Ludwig augenzwinkernd verraten, »warum Kindertheater so billig ist«.

Wer sich schon lange mal selber als Schauspieler ausprobieren möchte, hat bei diversen Mitmachtheatern die Gelegenheit dazu. Das Theater am Kudamm, das Ratibor Theater, das Galli Theater, die Ufa-Fabrik und die Brotfabrik bieten hier das Podium.

Gefeiert werden kann natürlich auch - ab Mitternacht steigt die Abschlussparty in der Volksbühne. »Aber nur für die, die sich ganz viel angesehen haben und auch alles verstanden haben«, scherzte am Dienstag Schaubühnen-Direktor Barner. Wem das alles zu viel ist, kann übrigens auch zu Hause den fünfstündigen Report auf Radio1 genießen und Kopftheater spielen.

Etwa 20 000 Besucher hatten die letzten Ausgaben der Theaternacht. Einer Studie zufolge ist dies eine äußerst homogene Gruppe. So spricht die Lange Nacht alle Altersgruppen von 20 bis 60 Jahren gleichermaßen an. Dabei dominieren mit 60 Prozent die Frauen, ein hoher Bildungsabschluss ist weit verbreitet. Ob die Freunde des Theatermarathons anschließend fleißige Bühnen-Besucher werden, lässt sich aber nicht überprüfen. »Von dem Vorhaben, die Besucher farbig zu markieren, sind wir wieder abgerückt«, scherzte ein weiteres Mal Friedrich Barner.


Bus-Shuttle-Routen

● Die ersten Busse fahren um 18.30 Uhr an den beiden Zentren an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und an der Schaubühne am Lehniner Platz ab. Zwischen der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Routen 1, 2 und 3) und der Schaubühne am Lehniner Platz (Routen 5 und 6) ist eine Bus-Direktverbindung (Route 8) eingerichtet. Ausgangspunkt der Route 4 ist das Gleisdreieck. Am Hermannplatz ist der Ausgangspunkt der Route 7. Alle Busse fahren im 10- bis 15-Minutentakt.

Tickets und Programm

  • Tickets gibt es an allen teilnehmenden Bühnen, Theaterkassen, Berlin-Infostores, Fahrschein-Verkaufsstellen, Kundenzentren und Fahrscheinautomaten der S-Bahn Berlin und der BVG (an den Automaten keine ermäßigten Tickets). Das kostenlose Programmheft ist an allen Vorverkaufsstellen erhältlich.
  • Die Tickets kosten 15 Euro / erm. 10 Euro, für Kinder bis 12 Jahre 5 Euro.
  • Zur Langen Nacht sind die zentralen Kassen vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und vor der Schaubühne am Lehniner Platz ab 17 Uhr geöffnet.
  • Programm, Online-Tickets und WebAPP unter: www.langenacht.berlin-buehnen.de
  • Ticket- und Infohotline: (030) 47 99 74 74

Quelle: Kulturprojekte Berlin

28. April, 19-1 Uhr, www.berlinbuehnen.de

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