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Von Ralf Streck, San Sebastián
26.04.2012

Gernika kämpft gegen das Vergessen

75 Jahre nach der Zerstörung durch die Legion Condor hat sich Spanien nicht zu seiner Schuld bekannt

Die baskische Kleinstadt Gernika (spanisch: Guernica) gedenkt am heutigen Donnerstag der Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren.
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Auf mörderischer Mission: Flugzeuge der Legion Condor

Die spanischen Putschisten, die sich im Juli 1936 gegen die Republik erhoben hatten, ließen am 26. April 1937 das Wahrzeichen der Basken von der deutschen Legion Condor und der italienischen Luftwaffe dem Erdboden gleichmachen. Die faschistischen Mächte Deutschland und Italien hatten auf Seiten der spanischen Generale in den Bürgerkrieg eingegriffen. Die Stadt wurde zum Synonym für den »totalen Krieg« und für Flächenbombardements, die im Baskenland erprobt wurden. Der Terror richtete sich gegen die unbewaffnete Zivilbevölkerung, die sich an diesem Markttag in Gernika aufhielt, deren Widerstandskraft- und willen sollten gebrochen werden.

Zu den Gedenkakten gehört auch die Verleihung des Friedenspreises »Gernika«. Unter anderen wird der »Preis für Frieden und Versöhnung« an den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog vergeben. 1998 erkannte er erstmals die deutsche Mitschuld an dem Kriegsverbrechen an: »Ich möchte mich der Vergangenheit stellen und mich zur schuldhaften Verstrickung deutscher Flieger ausdrücklich bekennen.« Den Überlebenden des Angriffs bot er seine »Hand mit der Bitte um Versöhnung« an, was die Basken Deutschland hoch anrechnen.

Denn Spanien ist auch 75 Jahre danach noch immer nicht bereit, die Schuld anzuerkennen und Schritte zur Versöhnung zu gehen. Von der regierenden Volkspartei (PP), die sich nie vom Putsch und von den fast 40 Jahren brutaler Diktatur distanziert hat, ist das kaum zu erwarten. Sie wurde von Manuel Fraga Iribarne gegründet, der 1962 bis 1969 Informations- und Tourismusminister der Franco-Diktatur war. Iribarne war bis zu seinem Tod im Januar dieses Jahres Ehrenpräsident der PP und Mentor von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Aber die Sozialisten (PSOE) haben ebenso in ihren Regierungszeiten sowohl den 50. als auch den 70. Jahrestag ungenutzt verstreichen lassen. Auch die PSOE-Regierung verhinderte vor fünf Jahren, dass Pablo Picassos »Guernica« im Baskenland ausgestellt werden kann.

Mit seinem wohl berühmtesten Gemälde hat er das Grauen der Bombardierungen in das Gedächtnis der Welt geprägt. Obwohl es schon in Städten wie Paris und New York sowie in Madrid im Museum Prado zu sehen war und nun im Madrider Reina Sofía ausgestellt ist, wurden nun erneut die Forderungen abgelehnt, es im Baskenland zu zeigen.

Als Ausrede führte Kultusminister José Ignacio Wert im März den »Konservierungszustand« an, weshalb »jeder Transport« ein »Risiko« darstelle.

Statt Versöhnung sieht man es im Baskenland als »Provokation«, dass am Dienstag das spanische Militär Übungen in Elgeta veranstaltete. An dem Tag beging auch dieses Dorf den 75. Jahrestag seiner Bombardierung.

Es fiel damals nach sieben Monaten Widerstand in die Hände der Putschisten, die »freie Hand zum Mord und Vergewaltigung« bekamen, wie Bürgermeister Oxel Erostarbe erinnerte. Praktisch alle Männer im Dorf wurden erschossen, wovon Massengräber zeugen. »Ohne um Verzeihung gebeten zu haben, kommen sie genau an diesem Tag wieder bewaffnet nach Elgeta«, empörte er sich.

Gernika steht zwar als das Symbol für Flächenbombardements, doch teilten dieses Schicksal auch andere Städte.

Schon im März wurde das baskische Durango bombardiert, und kurz vor der Bombardierung Gernikas wurden die Städte Eibar und Ermua weitgehend zerstört und Hunderte Menschen ermordet.

Siehe auch: Der Luftkrieg kam aus Deutschland

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