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27.04.2012
Fragwürdig

Muss ein Elfmeter sitzen?

Daniel Memmert ist Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln

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nd: Herr Memmert, Sie leiten das Institut für Kognitions- und Sportspielforschung an der DHS Köln. Einer Ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die Sportpsychologie, und Sie haben sich in mehreren Studien mit dem Elfmeterschießen befasst. Was sagen Sie als Experte: Muss ein Elfmeter sitzen?
Memmert: Wenn man die aus vielen Studien hervorgehende Wahrscheinlichkeit nimmt, nach der Elfmeterschützen treffen, muss man sagen ja. Die Quote liegt bei 70 Prozent. Das heißt, es ist eindeutig eine Pflichtaufgabe, den Ball vom Punkt im Tor unterzubringen.

Was macht den Elfmeter als Forschungsfeld so interessant?
Generell ist das Spiel sehr komplex. Der Elfmeter hingegen ist eine der wenigen Situationen im Fußball, wo alles sehr klar vorgegeben ist. Der Ball, der Schütze, der Torwart. Und es ist eine hohe Drucksituation für den Schützen, weil alle erwarten, dass er trifft. Wir untersuchen dabei dann zum Beispiel wahrnehmungsaktive und motivationale Aspekte. Denn so einfach wie die Situation am Anfang ist, die Lösung ist es nicht.

Ihre neueste Studie »Nonverbales Verhalten im Fußball« besagt, dass selbstbewusstes und dominantes Auftreten des Schützen die Wahrscheinlichkeit auf ein Tor erhöht. Im Halbfinale der Champions League zwischen Real Madrid und Bayern München sind fünf Spieler beim Elfmeterschießen gescheitert, auch der sehr selbstbewusste Cristiano Ronaldo.
Das stimmt. Man kann aber nicht die empirischen Dinge eins zu eins auf jede Situation übertragen. Wir reden über Wahrscheinlichkeiten. Und es spielen immer noch viele andere Faktoren ein Rolle. Wie zum Beispiel das Quäntchen Glück bei Schütze oder Torwart, die technischen Fähigkeiten des Einzelnen oder das Wissen im Vorfeld. Heute kennt jeder Bundesligatorwart die bevorzugte Ecke seines Gegenüber. Bei Cristiano Ronaldo war es zudem ein besonderer Fall. Den ersten Elfer im Spiel hat er ja souverän verwandelt. Es ist statistisch noch nicht ganz geklärt, aber wenn ein Spieler zweimal gegen denselben Torwart schießen muss, ist es eine neue und kompliziertere Situation. Zudem erhöht auch dominantes Auftreten des Torhüters dessen Erfolgschancen. Und Manuel Neuer wirkte sehr selbstsicher.

Wer ist die entscheidende Person bei einem Elfmeter? Der Schütze oder der Torwart?
Man denkt erst mal, dass der Schütze agiert und der Torwart reagiert, dass der Schütze den Impuls gibt. Aber so ist es nicht. Denn klar ist, wenn der Torwart warten würde, bis der Ball unterwegs ist, könnte er wegen der geringen Distanz und der Geschwindigkeit des Balls nicht mehr reagieren. Er muss antizipieren, um überhaupt den Ball halten zu können. Der Torwart macht die erste Aktion.

Darf der Gefoulte selbst den Elfmeter schießen?
Ja. Die Wahrscheinlichkeit ist gleich hoch, ob er trifft oder nicht.

Wie sieht der perfekte Elfer aus?
Der Schütze legt sich ruhig und souverän den Ball zurecht und geht rückwärts, mit Blick auf den Torwart zum Anlauf. Das zeigt, dass er in der Situation bleibt und nicht ausweicht. Beim Anlauf und der Ausführung lässt er sich Zeit. Das symbolisiert Stärke, denn er will nicht schnell aus der Situation fliehen, sondern fühlt sich wohl. Jetzt muss er nur noch treffen.

Fragen: Alexander Ludewig

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