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28.04.2012
10. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb

Bangkok - Budapest im Eiltempo

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Die »ersten Passagiere« im neuen Berliner Flughafen

Es war am 3. April 2012, als wir die Flugtickets für eine wirklich besondere Flugreise in den Händen hielten. Meine Frau und ich waren natürlich aufgeregt, denn aus Bangkok kommend über Berlin nach Budapest und zurück würde der Flug gehen - und, was zusätzlich »verrückt« an der Reise war: Noch am gleichen Tag sollte es nach Helsinki und wieder nach Berlin gehen. Der Veranstalter hatte uns als Sahnehäubchen versprochen, dass wir schon nach sechseinhalb Stunden wieder in unseren heimatlichen Gefilden sein würden! Wer denkt da nicht an Jules Vernes 80-Tage-Reise um die Erde? Dass wir arge Zweifel hatten, ist doch wohl verständlich!

Große Vorbereitungen hatten wir eigentlich gar nicht getroffen. Im Internet informierten wir uns recht ausführlich über unsere Ziele, vor allem, was uns in Bangkok erwarten könnte. Alle 50 Distrikte der thailändischen Hauptstadt mit ihren über sieben Millionen Einwohnern interessierten nicht, aber die »Tuk Tuk«, die motorisierten Dreiradgefährten, erregten unsere Neugier. Natürlich war die vielstündige Zeitverschiebung ein Thema und die tropische Klimazone mit irren 30°C sowieso. Die »Stadt der Engel«, wie Bangkok genannt wird, soll ein Gemenge von Chaos und Faszination sein, allerdings mit hoher Luftverschmutzung. Ach, und dass man sich Schutzimpfungen vor Reiseantritt geben lassen sollte, das hatte der Veranstalter gar nicht angeraten!

Melitta machte sich - wie immer - fürsorglich Gedanken, was wir bei unserer ausgefallenen Reise anziehen sollten. Als Transitreisende aus dem warmen Asien sollten wir schließlich unverzüglich über Berlin nach Budapest weiterfliegen. Budapest kannten wir schon aus früheren Jahren, aber ein Mitreisender meinte, dass man sich beim Bummel durch das Zentrum wie in Berlin vorkäme: »Überall die gleichen Einkaufs-Ketten!«

Gleich nach der Rückkehr aus Budapest war der Flug Berlin nach Helsinki und zurück vorgesehen. Zu meinem Schrecken wurde beim Einchecken nach Helsinki festgestellt, dass mein schon sehr ramponierter Koffer um 800 Gramm zu schwer sei! Große Aufregung! Aber man war kulant und ließ mich zuschlagsfrei passieren. Es konnte planmäßig weitergehen.

Helsinki, die Küstenstadt mit ihren fast sechshunderttausend Einwohnern ist zwar zweisprachig, doch wir verstehen weder schwedisch und schon gar nicht finnisch. Das könnte zum Problem werden! Ein Blick von oben auf die über 100 km lange Küstenlinie vor Helsinki mit ihren Buchten und Halbinseln würde dagegen ein echtes Erlebnis sein. Das alles sollten wir in sechseinhalb Stunden schaffen?

Wir schafften es tatsächlich! Denn leider war für uns gar kein Flugzeug mit »im Spiel«! Wir wandelten nämlich als Testpersonen nur immer im neuen Schönefelder Flughafengebäude herum. Mit Schutzweste und Schutzhelm gehörten wir zu den insgesamt zehntausend Testern, mit denen geprobt wird, damit ab der Eröffnung am 3. Juni der Flugverkehr reibungslos abläuft. Es war ein sehr interessanter Tag, den wir gemeinsam mit 260 anderen als bereits 35. Testergruppe erlebten. Die Flugtickets waren nur Attrappen, die zum Teil schweren Leihkoffer nicht. Mit einigem Geschick fanden wir alle Abflugsteige und Schalter. Die elektronischen Anzeigetafeln funktionierten bestens.

Unsere Reiselust und Welt-Anschauung hat mit diesem Tag einen kräftigen Impuls bekommen!

Zu den eingangs genannten »argen Zweifeln« will ich korrigierend bekennen, dass unsere Zweifel in eine ganz andere Richtung gingen: Wer zwei Monate vor der Eröffnung durch diese Baustelle lief, musste schon ein großer Optimist sein, um zu glauben, dass der Fertigstellungstermin einzuhalten ist. Aber sich zu Optimismus zu zwingen, darin müssen wir uns ja täglich üben...

Melitta und H.-Ulrich Tittler
12555 Berlin

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