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Von Martin Stolzenau
28.04.2012

Für das Gemeinwohl

Ein Vordenker der Planwirtschaft: Wichard Georg Otto von Moellendorff

Er stand zunächst Walther Rathenau bei der Umorganisierung der deutschen Kriegswirtschaft zur Seite, versuchte dann mit Rudolf Wissel eine Neuorientierung der deutschen Wirtschaft und erarbeitete zudem ein spektakuläres Programm für ein »System der nationalen Wirtschaftsplanung«. Dieses Programm trug sozialistische Züge, wies in ein neues Zeitalter und dürfte nach wie vor von aktuellem Interesse sein.

Wichard Georg Otto von Moellendorff entstammte einer Adelsfamilie, die über die Jahrhunderte zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorbrachte. Geboren 1881 in Hongkong, wo Vater Otto Franz von Moellendorff, Zoologe, zunächst als Dolmetscher und dann als Konsul fungierte, studierte Wichard Moellendorff an der TH in Berlin-Charlottenburg Maschinenbau und bekam anschließend bei der AEG eine Anstellung als Ingenieur. Er bildete sich autodidaktisch in Ökonomie, Politik und Kultur weiter. Mit seinen Freunden Maximilian Harden und Walther Rathenau einte ihn die Skepsis gegenüber der reinen Profitorientierung der deutschen Wirtschaftselite, die das Gemeinwohl missachtete. Dies kritisierte Moellendorff in zahlreichen Artikeln. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges sahen die Freunde die unausweichliche Verknappung der Rohstoffe voraus.

Moellendorff entwickelte das Konzept einer planvollen Rohstoffbewirtschaftung. Noch in Kriegsjahren stellte er Überlegungen zu einer epochalen Wirtschaftsreform an. Zur Broschüre »Deutsche Gemeinwirtschaft« von 1916 gesellte sich nach Kriegsende mit dem Buch »Wirtschaftliche Selbstverwaltung« das Konzept für eine Planwirtschaft unter staatlicher Aufsicht, um die sinnlose Vergeudung von Ressourcen zu vermeiden und die Profitorientierung zu Gunsten des Gemeinwohls zu reduzieren.

Seinen Plan von einem »organisatorischen Sozialismus« propagierte er ab 1918 als Professor der Nationalökonomie an der TH in Hannover. Sein Konzept fand mit Rudolf Wissel einen einflussreichen Befürworter, der ihn im Februar 1919 als Unterstaatssekretär ins erste Wirtschaftsministerium der jungen Weimarer Republik holte. Der reformfreudige Wirtschaftsminister und sein Chefberater erarbeiteten ein umfassendes Programm für eine »makroökonomische Planwirtschaft«. Dieses zukunftsweisende Projekt entfachte aber den geballten Widerstand der Konservativen, die den Rücktritt der Reformer erzwangen.

Nach der Machtübernahme durch die Nazis, die er konsequent ablehnte, zog Moellendorff sich 1933 aus der Öffentlichkeit zurück. Mutig stand er gegen alle Bedrängungen zu seiner jüdischen Frau, die sich jedoch Anfang Mai 1937 das Leben nahm. Ein Schock für Moellendorff, der sodann, am 4. Mai des Jahres, in Berlin ebenfalls den Freitod wählte.

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