Hans-Dieter Schütt 28.04.2012 / Kultur

Kunst-Köpfe

»Die Patriotin« von Thomas Martin an der Berliner Volksbühne

Die Maske fällt. Ein tiefer Fall auf den Bühnenboden. So fallen Vorhänge, Schleier. Die Maske hatte hoch über der Bühne gehangen, an drei Seilen, die dann, am Ende, sirrend gekappt werden. Maskensturz zum Totentanz. So werden unverhüllte Verhältnisse kenntlich: Was mit der Maske fällt, ist quasi alle Verhüllung einer Lebenswelt durch Ritus, Sitte, Verabredung. Diese Verabredung war, dass Yoko ihrem Manne, dem Leutnant, in den Freitod folge. Er hatte nach verunglücktem Putsch die Aufgabe erhalten, seine Kameraden erschießen zu lassen. Er tut es nicht, richtet sich selbst. Aber auch Yoko tut das Landläufige nicht. Sie geht mit ihrer Todesbereitschaft in die Welt und holt sich den Grund fürs Sterben jenseits ständischer oder privatimer Gebote. Man stirbt nicht für Unterlassungen, man stirbt für Taten Yoko wird Terroristin.

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