Linker Journalismus ist nicht umsonst! Was soll das hier?

Seit nunmehr fast 25 Jahren ist das »nd« einem stetigen Wandel unterworfen und muss sich immer wieder neu in der Zeitungslandschaft erfinden. Das gilt für Print wie für Online, einiges geschieht hinter den technologischen Kulissen, vieles ist für die Leserinnen und Leser augenfällig.

Die gedruckte Zeitung, auch das „nd“, hat in den letzten Jahren erheblich an Auflage verloren und die Dynamik des Sinkflugs scheint zuzunehmen. Positiv hat sich in den vergangenen Monaten dagegen die Zahl der digitalen Verkäufe, vor allem Online-Abonnenten entwickelt. Sie hat im Laufe des Jahres 2014 stark zugenommen, auch wenn wir mit gut 1.200 zahlenden Online-Lesern noch weit hinter anderen überregionalen Zeitungen zurückliegen. Mehr als ein Drittel dieser Abonnenten nutzen das Online-Angebot in Kombination mit der gedruckten Wochenendausgabe. Auch die nd-App findet immer größeren Zuspruch. Um eine solche Entwicklung zu verstätigen und auszubauen, bedarf es nicht unerheblicher Investitionen.

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Wir hoffen, dass viele LeserInnen zu dem Entschluss kommen: Linker Journalismus ist mir etwas wert!

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Jürgen Reents, Chefredakteur
30.04.2012

Zensur?

Für die nd-Ausgabe am Samstag war eine Gastkolumne des Parteivorsitzenden der LINKEN, Klaus Ernst, vorgesehen. Er hatte sie uns fünf Tage zuvor angeboten. Thema sollte die Piratenpartei sein, nicht hämisch, sondern analytisch, wie es ausdrücklich hieß. Den Text erhielten wir Freitagnachmittag. Um die Piraten ging es dabei nur als Aufhänger, ansonsten erzählte der Autor dies und das über die eigene Partei. Wir baten darum, die Vereinbarung zu beachten, und schlugen wenigstens kleinere Kürzungen vor. Das lehnte Klaus Ernst ab: Wir sollten den Text wie eingereicht drucken oder gar nicht. Wir entschieden uns daraufhin für letzteres. Nun klagt Klaus Ernst auf seiner Website über den Nichtabdruck im nd und ruft »Zensur«. Mit diesem Vorwurf hat er wie mit seinem Text das Thema verfehlt. Wir drucken keinen Artikel über Belgien, wenn einer über Dänemark vereinbart war. Wer unsere Entscheidung überprüfen möchte, findet den Text von Klaus Ernst auf dessen Website www.klaus-ernst-mdb.de.

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