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Von Reimar Paul, Gorleben
30.04.2012

Gorleben-Gegner lassen nicht locker

Atomkraftgegner protestierten am Sonnabend erneut gegen das Entsorgungsfiasko im Wendland

Gorleben soll bei der künftigen Suche nach einem Atommüllendlager von der Landkarte gestrichen werden - so lautet die Protestbotschaft von Atomkraftgegnern aus dem Wendland.

Im Gorlebener Wald sind rund 150 Traktoren der »Bäuerlichen Notgemeinschaft« aufgefahren. An den Führerhäuschen wehen die gelb-roten Fahnen mit der Anti-Atom-Sonne und die grünen Wimpel der »Freien Republik Wendland«. Auf einem Anhänger liegen, wild übereinandergestapelt, dutzende zerbeulte Fässer aus Blech. »So sieht das in der Asse aus«, sagt ein Landwirt. »Und wir wollen nicht, dass das hier unter der Erde auch mal so aussieht.«

Auf einem Gestell liegt eine rund zwei Meter lange weiße Deutschland-Karte aus Sperrholz. Nur Gorleben ist darauf eingezeichnet, neben dem Ortsnamen ist ein schwarzer Fleck aufgemalt und ein rundes Loch gesägt worden. Wer will, kann einen runden Ball mit dem schwarz-gelben Radioaktivitätszeichen über die Fläche rollen lassen. Egal, von wo die Kugel eingeworfen wird, sie landet immer in Gorleben. »Man sieht, es läuft auf Gorleben 'raus«, sagt einer der jungen Männer, die die Installation aufgebaut haben.

Das Spiel ist eine der Attraktionen bei der Anti-Atom-Kundgebung am Samstag im Gorlebener Wald. 2000 bis 3000 Menschen haben sich bei sommerlichem Wetter vor der Hauptzufahrt des »Schwarzbaus« - wie sie das Erkundungsbergwerk hier nennen - versammelt, um gegen den Bau eines Endlagers zu protestieren. Carsten Niemann ist Sprecher der Bäuerlichen Notgemeinschaft, die sich schon seit 35 Jahren gegen die Atomanlagen im Wendland zur Wehr setzt. Ein Endlagersuchgesetz sei »im Prinzip dringend notwendig«, ruft er auf dem zur Kundgebungsbühne umgebauten Lastwagen. »Doch was zurzeit passiert, nämlich Verhandlungen hinter verschlossener Tür, das flößt uns kein Vertrauen ein.« Der neue Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Martin Donat, verlangt mit Blick auf die laufenden Verhandlungen, Gorleben müsse von der Suche »sofort« und »endgültig« ausgeschlossen werden. Die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) versprochene »weiße Landkarte« beim Neustart der Endlagersuche habe mit Gorleben bereits »einen dicken schwarzen Fleck«, sagt Donat. »Und dieser Fleck muss weg.«

Von einem Wagen steigen hundert weiße Luftballons mit einem schwarzen Punkt in die Luft. In den Wipfeln von zwei Kiefern spannen Kletterer unter dem Beifall der Umstehenden ein weiteres Protest-Transparent über die Straße. Unten auf den Asphalt haben andere Aktivisten mit gelber Farbe »Diamonds are forever, Atommüll noch viel länger« gepinselt. Nach der Kundgebung machen sich die Demonstranten auf zu einer »kulturellen Umzingelung« des Bergwerksgeländes. Auf einem Waldweg spielt das »Wendland Hippie Ohrkestra« mit Geige, Gitarre, Contrabass und Klarinette Tanzmusik. Ein paar hundert Meter weiter intoniert ein Chor widerständige Lieder. Einige junge Leute verteilen kleine Zettel: Sie wollen die sechs Tore des Bergwerks blockieren, dafür suchen sie Mitstreiter. Die Blockaden sollen bis zum Dienstag andauern.

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