Von Jürgen Holz
30.04.2012

Meisterfeier ohne Ende, aber auch verärgerte Fans

Eishockey: 4000 feierten mit dem DEL-Rekordchampion in heimischer Arena / André Rankel im deutschen WM-Team

Die Meisterfeierlichkeiten für die Eisbären Berlin waren schier endlos: erst die Huldigung der Fans nach dem 3:1-Finalsieg über Mannheim in der Arena am Ostbahnhof, dann Meisterempfang beim Hauptsponsor, schließlich in munterer Folge Ehrung im Roten Rathaus, mehrstündiger Autokorso durch die Stadt und dann die Abschlussparty in der heimischen Arena.

4000 Fans waren dem Ruf des DEL-Rekordchampions in die eigene Halle gefolgt, um mit den »Lieblingen« den sechsten deutschen Meistertitel zu feiern - aber nicht auf dem Eis. Denn die Multifunktionsarena am Ostbahnhof war sofort nach dem Meistertriumph der Eisbären umgebaut worden für die Basketballer von Alba Berlin, die dort am Sonnabend ihr letztes Bundesligaspiel gegen Braunschweig (79:64) bestritten, weshalb - nicht ohne Zorn der Fans - die Eisbären für diesen Tag haben weichen müssen.

Nicht wenige Fans twitterten auf der Homepage der Eisbären ihren Ärger darüber, dass ausgerechnet an einem Freitag die Meisterparty angesetzt wurde. »Wir standen das ganze Jahr hinter Euch (in guten wie in schlechten Zeiten). Wieso grenzt ihr den größten Teil der Fans bei der Meisterfeier aus? Ich muss bis 17 Uhr arbeiten und wäre so gern dabei gewesen«, twitterte Frank Scheibel aus Wolfen und fügte alternativ an: »Einen Tag später, von mir aus vor dem Welli, wo wir wirklich keinen gestört hätten.« Warum die Eisbären zur »Feier des Tages« nicht vor den geliebten Wellblechpalast nach Hohenschönhausen gezogen sind - eine Antwort an die Fans blieb aus.

Nun, die 4000, die schließlich nach Friedrichshain gekommen waren, amüsierten sich und tobten bei einer Showeinlage von Jonathan Sim, der sich sieben, acht Meter lang im Stile eines Schmetterlingsschwimmers auf dem harten Boden wie ein Wurm vorwärts bewegte. »Diese Einlage habe ich unserem Veteran Sven Felski versprochen«, sagte der Stürmer, der zugleich Abschied nahm, weil er für die nächste Saison keinen Vertrag erhält. Mit ihm verabschiedeten sich auch Verteidiger Richie Regehr, der nach Schweden wechselt, und Ersatztorwart Kevin Nastiuk (Zweitligist Heilbronn).

Keine Frage: Das Dynamo-Urgestein Sven Felski, der Mann mit exakt 1000 Spielen für seinen Heimatverein, war der von den Fans am meisten gefragte Meisterspieler, die fast durchweg inzwischen ihre langen Bärte abrasiert hatten und nun nackt im Gesicht endlos Autogramme schrieben.

Während der größte Teil jetzt in den Urlaub geht, ist für zwei Eisbären die Saison noch nicht beendet: André Rankel geht für die deutsche und Mads Christensen für Dänemarks Nationalmannschaft bei der am Freitag in Stockholm und Helsinki beginnenden WM aufs Eis. Rankel schoss letzten Freitag beim 5:2-Sieg über Belarus beim Slovakia-Cup in Bratislava schon ein Tor. Abgesagt hatten die WM die verletzten Eisbären-Verteidiger Frank Hördler und Constantin Braun. Resultate Seite 19

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