30.04.2012

Das Wunder ist vollbracht

Augsburg versetzt Berge und feiert wie ein Meister

Mit inbrünstigen Schreien ließen die Fußballprofis des FC Augsburg ihren Gefühlen freien Lauf. Zu Saisonbeginn von vielen belächelt, haben sie es in Deutschland allen gezeigt: »Leidenschaft versetzt Berge. Klassenerhalt 2012« - stolz trugen sie ihre Dringeblieben-Shirts. Nach dem 0:0 in Mönchengladbach war es perfekt: Die Schwaben bleiben erstklassig. Mit einer wunderbaren Rückrunde ließen sie Etablierte wie Hamburg, Bremen, Hoffenheim oder Köln hinter sich. »Für uns ist der 15. Platz wie eine Meisterschaft. Wahnsinnig, dass wir auch in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen«, sagte FCA-Kapitän Paul Verhaegh.

Torhüter-Routinier Simon Jentzsch war glücklich: »Das ist Wahnsinn mit der Truppe, mit dem Etat. Wir waren meilenweit von den anderen Mannschaften entfernt. Der Klassenverbleib ist höher einzuschätzen als der Aufstieg.« Dabei war doch eigentlich alles klar mit der prognostizierten direkten Rückkehr in Liga zwei: Erst am neunten Spieltag gelang in Mainz der Premierensieg in der Beletage des deutschen Fußballs. Lange musste die Mannschaft von Jos Luhukay mit dem Tabellenende vorlieb nehmen, lag fünfmal ganz hinten, galt gemeinsam mit Freiburg als nicht zu retten.

Der scheidende Manager Andreas Rettig würdigte das, was die krassen Außenseiter in ihrer Gesamtheit auszeichnete: »Vom Zeugwart bis zum Präsidenten ist das eine Einheit.« Und deshalb habe der FCA »verdient den Kopf über Wasser gehalten«.

Auch Nachbar FC Bayern freute sich. »Augsburg war eine sehr sympathische Mannschaft in der Saison. Sie haben ein tolles Stadion, tolle Fans. Ich freue mich, dass es das Derby in der nächsten Saison wieder gibt«, erklärte Nationalspieler Mario Gomez. Sportdirektor Christian Nerlinger gratulierte: »Es hat Phasen gegeben, in denen man nicht mehr so richtig dran glauben konnte. Sie haben es aber gepackt - sensationell!«

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken