Hans-Dieter Schütt 05.05.2012 / Kultur

»unberuhigte vernunft«

Dem Regisseur Christoph Schroth zum heutigen 75. Geburtstag

»In der Kunst genießen die Menschen das Leben.« Das bedeutete eine klare Ansage: dass die Gesellschaft nicht zu genießen und - genau genommen - kein Leben war. Solches Motto hatte sich das Staatstheater Schwerin gegeben, und fast 15 Intendanz- und Regiejahre hat Christoph Schroth auf eine Weise Theater gemacht, die zum Fußball aufschloss: das Publikum kam in Sonderzügen. Zum »Faust« etwa: eine vielfarbige Wollust, die kein einziges Gefühl der Erdenexistenz verheimlichte. Theater, das den Zeitungsausrufezeichen Hausverbot erteilte. 1989 dann der »Tell«, über den Heiner Müller schrieb: »Tumult unter Zuschauern - das war im Oktober das Freiheitsdrama.« Schroths Theater: Volkstheater. Ohne Ruch des Herabkömmlichen. Ohne Dünkel des Proletarischen, das nur Herkünfte benennt, keinen Geist. Volkes Theater. Theater als »eine instanz der unberuhigten vernunft« (Volker Braun).

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