07.05.2012
Athen

Griechenland: Desaster für die Spar-Parteien

Wählervotum gegen die Politik des Sozialabbaus

Athen (nd/Agenturen). Unter dem Eindruck rigoroser Sparpläne und scharfer Einschnitte in die Sozialausgaben haben die Griechen am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Dabei erlitten die Parteien, die hinter dem drastischen Sparkurs stehen, dramatische Verluste. Das ergaben Prognosen auf Grundlage von Wählerbefragungen. Demnach ist die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) zwar stärkste Kraft, kam aber nur auf 17 bis 20 Prozent der Stimmen. Die sozialistische PASOK-Partei erreichte mit 14 bis 17 Prozent nur den dritten Platz hinter dem Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA), das massiv dazugewinnen konnte. Erstmals seit fast 40 Jahren im Parlament vertreten sein wird wohl die neofaschistische Chryssi Avgi.

Während sich die bisher dominierenden Parteien ND und PASOK für den Sparkurs und damit einen Verbleib in EU und Euro-Zone stark machten, warben linke und rechte Konkurrenten mit einer Lockerung der Vorgaben für das vom Staatsbankrott bedrohte Land.

Rund 9,7 Millionen Griechen waren aufgerufen, über die Verteilung der 300 Sitze im Athener Parlament zu entscheiden. Insgesamt bewarben sich 32 Parteien um die Mandate. Nach Angaben von Innenminister Tassos Giannitsis verlief die Wahl ohne nennenswerte Probleme. Die Wahlbeteiligung sei sehr hoch gewesen. Genaue Zahlen nannte das Innenministerium aber zunächst nicht.

Der scheidende Ministerpräsident Lucas Papademos zeigte sich zuversichtlich, dass das Land in der kommenden Woche eine neue Regierung haben wird. »Ich glaube ja«, antwortete der Finanzexperte im griechischen Fernsehen auf eine entsprechende Frage. »Heute wird der Kurs des Landes für die nächsten Jahre definiert«, fügte Papademos nach der Stimmabgabe hinzu.

Ende Mai braucht Griechenland dringend wieder frisches Geld, um Staatsbedienstete und Renten zu bezahlen.

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