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08.05.2012

Wir machen weiter

Wird 50: die ungarische Band Omega

Rank und schlank, mit platinblondem Wuschelkopf und Sonnenbrille - Omega-Frontmann Janos »Mecky« Kobor sieht beim Pressetermin in Berlin topfit aus. Anlass des Interviews mit »nd«-Autorin Antje Rößler ist das 50-jährige Bühnenjubiläum der ungarischen Band, die auch in der DDR eine große Fangemeinde hatte. Die Musiker feiern mit einer ausgedehnten Europa-Tour.

nd: Mecky, hiesige Fans erinnern sich an das Omega-Konzert im Juli 1982 im Berliner Plänterwald, wo es stundenlang regnete. Erinnern Sie sich auch daran?
Kobor: Natürlich. Mal sehen, wie es diesen Sommer in der Zitadelle Spandau wird - genau 30 Jahre später. Das Konzert im Plänterwald wurde 1994 noch übertroffen bei unserem Auftritt im Budapester Nep-Stadion, wo es fünf Mal so viel regnete und ein riesiges Gewitter gab.

Welche Rolle spielten die DDR-Fans für Omega?
Die DDR war für uns ein genauso wichtiger Markt wie Ungarn. In der DDR hatten wir 1971 eines unserer ersten Auslandsgastspiele.

50 Jahre Omega - was bedeutet das für Sie?
Mir wäre es lieber, ich selbst wäre erst fünfzig. Die Zeit ist schnell vergangen. Das 50. Jahr ist für uns aber kein Rückblick. Wir machen weiter, solange wir können.

Werden Ihnen die Shows körperlich zu anstrengend?
Das ist überhaupt kein Problem. Gott sei Dank.

Welche Folgen hatte der politische Umsturz 1990 für die Band?
Wir waren sehr froh über die politischen Entwicklungen in Tschechien, Polen und den anderen Ostblockländern. Überall in Osteuropa wurden die alten Politiker abgelöst. Nur bei uns blieben sie noch 15 Jahre länger. Es ist schon grotesk: Bei uns öffnete sich der Eiserne Vorhang zuerst, doch die alte Machtkaste blieb.

Wie tangiert Sie die politische Situation in Ungarn heute? Man liest immer wieder von Maulkorb-Erlässen gegen Journalisten und Kulturschaffende.
So groß, wie die ausländischen Zeitungen schreiben, sind diese Probleme nicht. Ich kann sagen, was ich will. Die Zeitung darf schreiben, was sie will. Unser Präsident, über den immer hergezogen wird, hat sowieso nicht viel zu sagen. Unsere größten Schwierigkeiten sind die Folgen der Wirtschaftskrise.

Wie geht die Band mit den Veränderungen im Musikgeschäft um?
Geld verdienen können wir nur noch mit den ganz großen Stadionkonzerten. Platten zu verkaufen, lohnt sich nicht mehr. Früher haben wir auch mal 350 000 Exemplare eines Albums abgesetzt. Heute ist man mit Verkäufen im vierstelligen Bereich schon gut im Geschäft. In Ungarn haben wir uns nach 1990 auf große Stadionkonzerte beschränkt, ab 50 000 Besuchern aufwärts. Auch in Rumänien, Tschechien, der Slowakei und dem ehemaligen Jugoslawien läuft es immer noch sehr gut. In Deutschland gab es nach 1990 einen Einbruch.

Was kann der Besucher bei den anstehenden Deutschland-Konzerten erwarten?
Was schon immer von Omega erwartet wurde: eine spektakuläre Show. Als neuer Aspekt kommt ein Live-Orchester hinzu: das Akademische Orchester der Universität Halle, das wir letztes Jahr beim Händels-Open in Halle kennen gelernt haben. Jetzt, wo unsere Songs langsam Klassiker werden, tun wir uns mit der klassischen Musik zusammen.

Zum Bandjubiläum verlegen Sie auch ein neues Doppelalbum.
Das ist ein Best-of-Album, aber nicht im Sinne, wie man es normalerweise versteht. Die Songs stammen zwar aus den vergangenen 50 Jahre, die Live-Aufnahmen entstanden aber in den letzten zehn Jahren in unserem Stadion in Budapest. Dadurch hat die Platte eine homogene Klangqualität.

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