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Von Marion Pietrzok
10.05.2012

Vom Dichter und vom Zeichner

Tim Burton

Gereimtes und Gezeichnetes: Vom Stöckchen, das ins Zündhölzchen verliebt ist und dann in Liebe so entbrannte, dass die Flammen an Stöckchen ein ganz anderes Werk taten als erwartet. Oder vom erstgeborenen Sohn des Ehepaares Smith, ein Baby aus Blech, das dem Fehltritt der Mutter mit einem Küchenherd entstammte und das, zum Robotermann herangewachsen, ständig mit einem Mülleimer verwechselt wurde. Oder vom Mädchen mit den großen Glotzaugen, die einen Wettkampf gewinnen und die dann in einer Freiluft-Badeidylle entspannen dürfen: das rechte Auge unterm Sonnenschirm auf der Wiese, das linke auf einem Schwimmring im Teich.

Auf den ersten Blick seltsame Kreaturen hat Tim Burton aus dem Meer seiner unerschöpflichen Fantasie herausgefischt - mit Wort und Bild, wie gesagt. Er beschreibt sie mitfühlend zart, denn die Geschichten sind bitter, und die Illustrationen nicht minder: zart und bitter. Dem ehemaligen Animationsartisten bei Disney, mit »Kreativbombe« fast noch unzureichend beschrieben, ist ein Buch gelungen, das das Seltsame zum Adel erhebt. Es kann Balsam sein für die Seele von jedermann: das heißt, für die in unserer genormten Welt nicht zurecht Kommenden, die Außenseiter, die sich mit Kränkungen herumschlagen müssen, die von falschen Idealbildern Gepeinigten, die auf dem langen, steinigen Weg der Selbsterkenntnis und Selbstbehauptung Stolpernden, Mutlosen und Verzweifelten. Hier, vom lebensklugen Vater Tim Burton, der zugleich Alter Ego seiner Kinder ist, werden sie liebend angenommen.

Die gezeichneten, sparsam kolorierten Figuren, meist frei Gestellte, also ziemlich Einsame auf einer ganzen Buchseite, zeigen Verwandtschaft mit den Gestalten, die man aus Tim Burtons Filmen kennt. Dass die meisten seiner Lichtspiele den Oscar fürs Szenenbild gewannen - wen wundert's. Folgerichtig auch, dass Burtons bildkünstlerische Werke - Zeichnungen, Skizzen, Skulpturen, Fotos, Videos, Figurinen, Storyboards und Requisiten aus seinen Filmen - vor drei Jahren die Auszeichnung erhielten, im MoMA in New York gezeigt zu werden. Gruselschöne, im Verspielten, Skurrilen, Grotesken Trauerschwere tragende Zaubereien. Das Glotzmädchenauge und der Blechmann, zum Beispiel, waren da dreidimensionale Püppchen. Für all jene Fans in Deutschland, die nicht mal eben ins MoMA eilen konnten und es nicht schaffen werden, bis zum 5. August nach Paris zu fahren, wo die Besucherrekord-Ausstellung jetzt von der Cinémathèque Française übernommen wurde, sollte das Buch zumindest ein Trost sein.

Tim Burton: Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten. Deutsch von Katja Sämann. Quadriga Verlag, Köln. 121 Seiten, geb., 15 Euro.

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