Katharina Dockhorn 11.05.2012 / Kino und Film

"Ich bin romantisch veranlagt"

Sönke Wortmann über die Ehe, Familienbilder und Klischees in Komödien

Mit dem „Bewegten Mann“ leitete Sönke Wortmann 1994 das deutsche Komödienwunder der 1990er ein, 2006 drehte der ehemalige Fußball-Profi während der WM „Deutschland – ein Sommermärchen“ und vor drei Jahren inszenierte er die Verfilmung von Donna W. Cross „Die Päpstin“. Jetzt legt der 52jährige die Komödie „Das Hochzeitsvideo“ nach, die die vielen Pannen in den letzten Tagen vor dem entscheidenden Ringetausch von Pia Schulz (Lisa Bitter) und Sebastian von Stieglitz (Marian Kindermann) einfängt.

nd: Herr Wortmann, Sie haben vor knapp zehn Jahren geheiratet. Wie oft sehen Sie sich Ihr Hochzeitsvideo an?Wortmann: Leider konnte ich es noch nie sehen, weil es nicht fertig wurde. Eine Freundin von meiner Frau und mir hat auf unserer Hochzeit gedreht, die wir extra über Pfingsten gefeiert haben, damit viel Zeit bleibt und die Gäste nicht am kommenden Tag wieder arbeiten müssen. Der Nachteil wurde uns erst im Nachhinein bewusst. Da unsere Freundin beruflich stark eingespannt ist und so viel Filmmaterial vorliegt, dass Sichtung und Schnitt mehrere Tage dauern werden, hat sie es bis heute zeitlich nicht einrichten können, den Film zu beenden. Vielleicht schafft sie es ja zu unserem 10. Hochzeitstag, das wäre ein tolles Geschenk.Und Sie selbst haben keine Lust, sich an den Schnitt zu setzen?Da ich beruflich Filme drehe, will ich privat meine Ruhe haben. Ich besitze weder ein iPhone noch einen Fotoapparat oder eine Kamera. Ich will die Bilder in Erinnerung behalten, wie sie auf meiner inneren Festplatte gespeichert sind. Da bin ich vielleicht ein bisschen altmodisch, ich bin ja auch nicht bei Facebook angemeldet. Wer dreht dann die Filme vom Aufwachsen Ihrer Kinder?Meine Frau - sie ist stärker in ihr iPhone verliebt als in mich. Meine private Beobachtung entspricht wissenschaftlichen Untersuchungen. Bei Frauen wird durch das iPhone das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet, das ähnliche Gefühle wie das Kribbeln im Bauch in den ersten Monaten des Verliebtseins auslöst. Am Gesichtsausdruck von Frauen ist das leicht ablesbar. Warum haben Sie erst jenseits der 40 den Weg zum Traualtar gefunden?Heiraten war für mich lange kein Thema, weil ich nicht die passende Frau gefunden hatte. Ich war auch selten zu Hochzeiten eingeladen. Entweder bin ich kein gern gesehener Gast, was ich nicht hoffen mag, oder in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wurde nicht geheiratet.

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