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Von Rainer Balcerowiak
11.05.2012

Bewährte »Sozialpartnerschaft«

In der Chemie-Tarifrunde wird Ende des Monats weiter verhandelt / Arbeitgeber geben Blockadehaltung auf

In der Chemieindustrie bahnt sich eine gütliche Einigung über Lohnerhöhungen und flexible Altersteilzeitmodelle an. Die Verhandlungen gehen Ende des Monats weiter.

Die erste Verhandlungsrunde auf Bundesebene für die rund 550 000 Beschäftigten der chemischen Industrie ist ohne konkretes Ergebnis geblieben. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) vereinbarten am Montag, dass die Verhandlungen am 23. Mai fortgesetzt werden. Bis dahin sollen gemeinsame Arbeitsgruppen mögliche Kompromisse ausloten.

Beide Seiten sprachen von einer »konstruktiven Atmosphäre«, die eine Einigung am Verhandlungstisch möglich mache. IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann verteidigte die von den Unternehmern als »zu hoch« bezeichnete Forderung seiner Gewerkschaft nach sechs Prozent mehr Lohn: »Die Gewinne sprudeln, die Aktionäre sind bester Laune und die Aussichten gut. Unsere Forderung spiegelt die Realität.«

Neben der Entgeltfrage geht es in der Chemie-Runde 2012 vor allem darum, den bestehenden Tarifvertrag »Lebensarbeitszeit und Demografie« weiter zu entwickeln. Die IG BCE fordert eine zeitliche Entlastung der älteren Beschäftigten und flexible Wege in den Ruhestand bei stabilen Einkommen. Man wolle sicherstellen, dass beispielsweise auch Schichtarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt seien »gesund in den Ruhestand gehen«, so Michael Denecke, einer der IG-BCE-Sprecher, am Mittwoch gegenüber »nd«.

In einem Tarifvertrag sollen ferner Regelungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur Unterstützung von Mitarbeitern, die zeitweilig die häusliche Pflege von Verwandten übernehmen, verankert werden. Zugleich wolle man die Arbeitsbedingungen junger Beschäftigter attraktiver ausgestalten. Die Gewerkschaft fordert daher die Übernahme aller Auszubildenden und Regelungen zur Beschränkung befristeter Verträge.

Denecke zeigte sich erfreut, dass die Arbeitgeber in einigen zentralen Frage ihre Blockadehaltung aufgegeben hätten. Zu Beginn der Tarifrunde hatte der BAVC noch die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche gefordert und erklärt, die geltenden Altersteilzeitvereinbarten passten »nicht mehr in unsere Zeit«. Die Gewerkschaft will ihren Forderungen zwar mit verschiedenen Aktionen Nachdruck verleihen, Warnstreiks sind laut Denecke aber vorerst ausgeschlossen. Das liegt auch an der von den Tarifparteien vereinbarten Schlichtungsordnung, die Warnstreiks erst erlaubt, wenn die Tarifverhandlungen offiziell für gescheitert erklärt wurden.

Ohnehin gilt die Chemiebranche als Musterbeispiel für die sogenannte Sozialpartnerschaft. Die Tarifrunden verliefen in den vergangenen Jahren in der Regel geräuschlos. Die enge Kooperation des Arbeitgeberverbandes und der IG BCE manifestiert sich auch in diversen Vereinbarungen weit über den Tarifbereich hinaus. Dazu zählen ein Ethik-Kodex für die Chemie-Industrie und »Leitlinien für verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft«. Zusammen betreibt man eine Akademie zur Weiterbildung auf den Feldern demografischer Wandel, Wirtschaftsethik und berufliche Weiterbildung. Zur Kooperation gehört ferner ein gemeinsamer Internet-Auftritt.

Die IG BCE gehörte auch zu jenen Gewerkschaften, die - anders als Mehrheit der DGB-Organisationen - die »Agenda 2010« und die »Arbeitsmarktreformen« der rot-grünen Bundesregierung bei ihrer Einführung vehement unterstützte. In der Energie- und Umweltpolitik suchte die Gewerkschaft stets den Schulterschluss mit den Großkonzernen und setzt sich aktuell zum Beispiel für den forcierten Ausbau der klimaschädlichen Kohleverstromung ein.

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