11.05.2012

Verschleierte Bankenkrise

Kommentar von Ralf Streck, Madrid

Mit Wucht bricht sich in Spanien die Bankenkrise bahn. Die konservative Regierung, die diese bisher verschleierte, sah sich nun gezwungen, mit Bankia das viertgrößte Geldhaus zu verstaatlichen. Es nützt eben nichts, von »soliden Instituten« zu sprechen, wenn monatlich neue Rekorde bei faulen Krediten aufgestellt werden. Noch immer schlummern in den geschönten Bankbilanzen enorme Risiken. Die Gesamtsumme steigt mit jeder zahlungsunfähigen Firma und jedem neuen Arbeitslosen weiter, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Der aus Brüssel verordnete Sparkurs trieb das Land in die Rezession und immer neue Firmen in die Insolvenz. Bald werden hier sechs Millionen Menschen arbeitslos sein. Die Löcher in den Bankbilanzen mit Steuermilliarden zu stopfen, während an Bildung und Gesundheit die Axt angesetzt wird, verbaut dem Land nicht nur die Zukunft, sondert verstärkt den Effekt sogar. Denn dafür werden die Steuern für diejenigen erhöht, die nicht für die Exzesse aus der Zeit der Immobilienblase verantwortlich sind.

Spanien müsste für Beschäftigung sorgen und dabei bieten sich in dem Sonnenland Investitionen in die regenerativen Energien an. Damit würde sich auch die Abhängigkeit von teuren Energieimporten verringern. Die bisherigen Rezepte jedoch führen ins Desaster.

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