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12.05.2012

Eröffnet

Sodann-Bibliothek

Tausende DDR-Bücher haben jetzt ein neues Zuhause: In Staucha (Kreis Meißen) eröffnet an diesem Samstag der ehemalige »Tatort«-Kommissar Peter Sodann seine DDR-Bibliothek. »Wir haben Schauspieler und Schriftsteller eingeladen, um Bücher vorzustellen, die ihnen besonders am Herzen liegen«, sagte Sodann im Vorfeld der Eröffnung. Zudem stehen Führungen durch die Bibliothek an, die auf rund 800 Quadratmetern auf dem Heuboden eines umgebauten Kuhstalls untergebracht ist. Etwa eine halbe Million Bücher aus DDR-Zeiten hat Sodann gesammelt, auch Bibliotheken, Professoren und Privatleute haben Bücher gespendet.

Tonnenweise seien die Werke nach der Wende auf Mülldeponien entsorgt worden. »Da begann ich, diese Bücher zu retten und zu sammeln«, erzählte Sodann, der Anfang Juni seinen 76. Geburtstag feiert. »Ich kann mir doch meine Vergangenheit nicht nehmen lassen.« Sein ganzes Leben sei eng mit Büchern verknüpft gewesen.

In der Peter-Sodann-Bibliothek soll alles gezeigt werden, was zwischen 1945 und 1989 in der DDR in den Buchhandel kam. Ein ehrgeiziges Ziel: 78 Verlage gab es vor 1989 im Osten, fast

600 000 verschiedene Titel wurden gedruckt. Zwar sind rund 200 000 der gesammelten Bücher bereits katalogisiert und eingeordnet, aber nahezu eine Million Bücher stehen noch in Kisten nebenan in der Scheune und warten darauf, ausgepackt und in die insgesamt zehn Kilometer langen Regalreihen eingeordnet zu werden. Fast jeden Tag gehen neue Buchspenden ein.

Besucher können in Zeitschriften wie der »Weltbühne« oder in »Mosaik«-Heften stöbern, ebenso in einer Werkausgabe von Schriften Stalins oder in literarischen Klassikern wie »Spur der Steine«. Rund 12 000 Exemplare sollen zudem im Hofbuchladen verkauft werden. Mit dem Erlös will der ehemalige »Tatort»-Kommissar seine Bibliothek weiter ausbauen. Im Internet wirbt Sodann weiter um Spenden. dpa

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