16.05.2012
Ramallah/Tel Aviv

Gedenken an Flucht und Vertreibung

Palästinenser begingen »Tag der Nakba«

Ramallah/Tel Aviv (dpa/nd). Die Palästinenser haben am Dienstag der Flucht und Vertreibung Hunderttausender Araber nach der israelischen Staatsgründung von 1948 gedacht. Am »Tag der Nakba« (Katastrophe) erneuerten sie bei Trauerveranstaltungen und Protesten ihre Forderung, dass Israel die Besatzung beendet und die Flüchtlinge sowie deren Nachkommen zurückkehren dürfen.

Am Kalandia-Grenzübergang zum Westjordanland setzten die israelischen Sicherheitskräfte Tränengas gegen Palästinenser ein, die Steine warfen. Im vergangenen Jahr waren am Nakba-Tag bei Demonstrationen an den Nordgrenzen Israels und im Gaza-Streifen mehr als 20 Menschen getötet worden, als israelische Grenzsoldaten das Feuer eröffneten. Hunderte wurden verletzt.

Beruhigend könnte sich das Ende eines wochenlangen Hungerstreiks von rund 1600 palästinensischen Häftlingen in Israel am Vortag auswirken. Grundlage dafür ist eine Vereinbarung zwischen Israel und allen betroffenen palästinensischen Organisationen. Die Einigung war auf ägyptische Vermittlung hin zustande gekommen. Zwei der Häftlinge befanden sich nach Angaben von Menschenrechtlern in akuter Lebensgefahr, weil sie seit 77 Tagen keine feste Nahrung zu sich genommen hatten.

Ein Großteil der Gefangenen hatte den Hungerstreik am 17. April begonnen, um gegen die Zustände in israelischen Gefängnissen zu protestieren.

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