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Von Oliver Händler
16.05.2012

Lötzsch und Misersky betreten die »Hall of Fame«

Jury wird nach Kritik im Fall Täve Schur vergrößert

Nach den Auseinandersetzungen um die Nichtaufnahme Täve Schurs in die »Hall of Fame« vor einem Jahr ziehen nun sechs neue Kandidaten in die Ruhmeshalle des deutschen Sports ein. Wurde die Jury 2011 für eine zu politische Entscheidung kritisiert, ist sie 2012 sogar noch politischer. Die Kritik wird kaum geringer werden.

»Wir haben gelernt, dass es sehr unterschiedliche Meinungen zu Sportkarrieren gibt«, sagt Michael Ilgner. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) stand im vergangenen Jahr stark unter Druck, nachdem eine fragwürdige Jury dem DDR-Radsportidol Gustav-Adolf »Täve« Schur den Einlass in die »Hall of Fame« verwehrt hatte. Nun veröffentlichte Ilgner fünf neue Namen in der Ruhmeshalle. Drei von ihnen kommen aus dem Osten. Keiner war ein Idol der Massen.

Die Kritik daran, Schur trotz der großen sportlichen Erfolge seine politischen Ansichten als Grund für eine Verweigerung der Ehre vorzuhalten, hat die Sporthilfe nicht dazu bewogen, unpolitischer zu werden. Ganz im Gegenteil. Sportliche Aspekte sind in diesem Jahr sogar noch weiter in den Hintergrund gerückt.

So setzte sich etwa die ehemalige Hochspringerin Gretel Bergmann-Lambert in der Kategorie »Besondere Biografie durch die NS-Zeit« durch. Der Jüdin war 1936 von den Nazis ein Start bei den Olympischen Spielen trotz sportlicher Qualifikation verwehrt worden. Die 98-Jährige ist nun die älteste noch lebende Sportlerin in der »Hall of Fame«.

Biathletin Antje Harvey-Misersky sowie ihr Vater und Trainer Henner Misersky werden nicht vordergründig für Harveys Goldmedaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften geehrt, sondern für ihre »Besondere Biografie durch das Thema Doping«. Beide hatten sich in den 80er Jahren in der DDR geweigert, Dopingmittel einzunehmen bzw. an junge Athleten zu verabreichen. Vater Misersky verlor seinen Trainerposten, die Tochter trat bis zur Wende vom Leistungssport zurück.

Der dritte Neuzugang aus dem Osten ist der Chemnitzer Radfahrer Wolfgang Lötzsch. Seine Kategorie hieß »Besondere Biografie durch die DDR-Zeit«. Eine ähnliche Ehrung für die BRD-Zeit gab es nicht. Lötzsch war ein großes Talent in den 70er Jahren, wurde jedoch nie für die DDR-Nationalmannschaft nominiert, obwohl er bei DDR-Meisterschaften die gesamte Elite hinter sich ließ. Lötzsch hatte einige Probleme mit der Disziplin und mit der Forderung, in die SED einzutreten.

Auch Ruderolympiasieger Hans Lenk (»Besondere Biografie im Einsatz für die Werte des Sports«) wird die Ehre der »Hall of Fame« zuteil. 1960 saß er in Rom im legendären Ratzeburger Achter und verdiente sich später als Philosophieprofessor und Förderer der Ethik im Sport seine Meriten.

In jeder Kategorie standen mehrere Kandidaten zur Wahl. Zusätzlich wird am 25. Mai auch der Hauptpreisträger bei der Benefizgala »Goldene Sportpyramide« aufgenommen. Die Sporthilfe, der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) durften jeweils fünf Namen vorschlagen, über die eine Jury abstimmte. Diese setzt sich aus Vertretern von DSH, DOSB, VDS, Politik, Wirtschaft sowie weiterer Sportinstitutionen zusammen. Bis zum vergangenen Jahr stammte von den 28 stimmberechtigten Jurymitgliedern nur eines aus dem Osten. Nach der breiten Kritik an der Juryzusammensetzung wurde sie nun um die noch lebenden Mitglieder der »Hall of Fame« erweitert. Auch hier herrscht jedoch ein großes West-Ost-Gefälle vor.

Täve Schur hatte kürzlich erklärt, gern einen neuen Anlauf zum Einzug in die »Hall of Fame« zu starten: »Im Prinzip ja, ich würde bereitstehen - denn Popularität und Ruhm sind an sich nichts Anrüchiges.« Dafür müsste sein Name jedoch erst einmal wieder auf die Vorschlagsliste kommen.

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