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Von Wilfried Neiße
16.05.2012

Kein Neuland unterm Pflug

Morgen beginnt in Paaren/Glien die Landwirtschaftsausstellung Brala

In der Debatte um die Reform der EU-Agrarförderung unterstützt das rot-rot regierte Brandenburg die Haltung der schwarz-gelben Bundesregierung. Die künftig geltenden Bedingungen für EU-Beihilfen in der Landwirtschaft dürfen nach Ansicht von Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Kommunen und das Land nicht überfordern. Wenn bis zu 50 Prozent gegenfinanziert werden müssten, dann werde das Abrufen der Mittel vielfach nicht mehr möglich sein, sagte er gestern in Potsdam. Anlass war die Ankündigung der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala), die vom 17. bis zum 20. Mai in Paaren/Glien stattfindet.

Gegenwärtig müssen bei EU-Agrarprogrammen 25 Prozent der Mittel beigesteuert werden, erklärte Vogelsänger. Angesichts der ablehnenden Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Brüsseler Plänen »habe ich kein Problem damit, ihr den Rücken zu stärken«.

Milch aus Brandenburg kann nach Darstellung des Agrarminister am sichersten direkt beim Erzeuger erworben werden. Es sei »ärgerlich«, wenn Milcherzeuger von außerhalb auf dem Markt »so tun, als stammte ihre Milch aus unserer Region«, sagte er. Anfang Mai hatte sich der Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele (Grüne) darüber beschwert, dass Milch keineswegs aus Brandenburg stammt, die mit dem Aufdruck »Mark Brandenburg« wirbt. Er habe nicht genügend Geld, um gegen solche Machenschaften langjährige Prozesse zu führen, sagte Vogelsänger. Anfang der 90er Jahre ging durch die Medien, dass eine bekannte westdeutsche Fruchtsaftfirma auf den Etiketten seiner Flaschen behauptete, Obst aus Werder/Havel beziehungsweise aus dem Havelland zu verarbeiten. Die Früchte stammten aber tatsächlich gar nicht von dort.

Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbands, ergänzte, mit 1,3 Millionen Tonnen Jahresproduktion wäre Brandenburg »theoretisch« in der Lage, die Region mit ihren knapp sechs Millionen Einwohnern vollständig mit Milch zu versorgen. Doch die Milchströme machen heute »vor Grenzen nicht mehr halt«. Allein 400 000 Tonnen brandenburgische Rohmilch werden jährlich im sächsischen Leppendorf verarbeitet. Märkische Milch fließe auch nach Magdeburg und Waren/Müritz. In Brandenburg sei leider sehr wenig Verarbeitungskapazität übrig geblieben.

Um den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen zu bremsen, sollen dem Agrarminister zufolge neue Windkraftanlagen künftig verstärkt in Wäldern errichtet werden. Der fortgesetzte Schwund von Acker und Weideland - durchschnittlich gehen pro Tag sechs Hektar für diverse Bauprojekte allein in Brandenburg verloren - müsse gestoppt werden, sagte Vogelsänger. Problematisch sei, dass die EU erwäge, Flächen stilllegen zu lassen. Es sei ein »Kampf um jeden Hektar« entbrannt.

Die diesjährige Brala ist die 22. Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung in Paaren/Glien. Um die Zufahrt zu verbessern, »habe ich die Straße instand setzen lassen«, sagte Vogelsänger. In den vergangenen Jahren zählte die Ausstellung um die 40 000 Besucher. Züchter werden rund 1000 Tiere präsentieren. »Die Tiere sind im Anmarsch«, berichtete Uta Lagodka, Geschäftsführerin des Ausstellungszentrums. Daneben gebe es unter anderem die Bereiche Technik und Direktvermarktung. Ein Anliegen sei es, Kinder und Jugendliche mit landwirtschaftlichen Fragen zu konfrontieren, sagte Lagodka. »Die Schüler haben zu wenig Wissen über die Zusammenhänge.« Deshalb gebe es auch Veranstaltungen zu Themen wie: »Wie kommt die Wurst in die Pelle?« oder »Wie kommt der Honig ins Glas?«

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