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Von Dagobert Kohlmeyer, Moskau
18.05.2012

»Friedenspfeife« nach dem 34. Zug

Anand und Gelfand bei der Schach-WM mit ungewöhnlichen Stellungen auf dem Brett

Viswanathan Anand und Boris Gelfand sind Schach-Ästheten. In ihrer vierten WM-Partie, die wieder remis endete, zauberten sie ein seltenes Stellungsbild aufs Brett. Nach dem Spiel verwies der Herausforderer auf die ungewöhnliche Situation im 16. Zug: »Haben Sie gesehen, in der Mitte waren alle acht Felder auf der d-Line mit Figuren besetzt. Kurz darauf standen die schwarzen Türme auf den Feldern c8 und e8, so dass sich ein großes T ergab«, bemerkte Gelfand lächelnd.

Sehr lange hatten beide Spieler und auch die Zuschauer aber keine Freude an dem kuriosen Bild. Die Symmetrie löste sich in dem Maße auf, wie Figuren abgetauscht wurden und vom Brett verschwanden. Jeder Spieler hatte am Ende noch einen Turm und eine Leichtfigur sowie einige Bauern. Gelfands Läufer war nur minimal stärker als Anands Springer. Er kann laut Spielregel längere Schritte machen. Der israelische Großmeister sah keinen Gewinnweg, verzichtete darauf, den Weltmeister noch weiter zu »kneten«, wie Schachspieler sagen und reichte dem Gegner nach dem 34. Zug die Friedenspfeife.

Im Spiel davor war es Anand, der eine gute Siegchance verpasste, weil die Bedenkzeit knapp wurde. Die Variante war auch schwer zu finden. Dennoch verwunderte, dass der schnellste Spieler der Welt überhaupt in Zeitnot kam. Das wäre dem Inder früher nicht passiert. »Ich sehe Anand als WM-Favoriten, bin aber nicht sicher, ob er sich in sehr guter Form befindet«, erklärte Großmeister Jan Timman aus Holland. Der 60-Jährige weilt seit dem dritten Spiel als Partie-Kommentator in Moskau.

Ganz Israel fiebert mit Gelfand, der sich bisher bravourös schlägt und auch mit den schwarzen Figuren große Aktivität zeigt. Am vierten Spieltag besuchte die israelische Botschafterin in Russland, Dorit Golender, das Weltmeisterschafts-Match. »Ich bin hier, um meinen Landsmann Boris Gelfand die Daumen zu drücken«, sagte die Diplomatin.

Auch die fünfte Partie in der Tretjakow-Galerie endete gestern remis. Anand hatte Weiß, konnte aber Gelfands Sizilianische Verteidigung nicht überwinden. Es steht 2,5:2,5.

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