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Von Gabriele Oertel
18.05.2012

Super-GAU mit Röttgen

Konsequenz aus NRW-Wahldebakel: Merkel schasste Umweltminister

Drei Tage nach der größten Wahlniederlage, die die CDU in Nordrhein-Westfalen je erlebt hat, schickte Kanzlerin Angela Merkel Umweltminister Norbert Röttgen in die Wüste. Dabei hatte sie einst große Stücke auf ihn gehalten.

»Deutschlands beste Jahre kommen noch. Warum wir keine Angst vor der Zukunft haben müssen« - diesen Titel, den Norbert Röttgen seinem 2009 erschienenen Buch verpasst hatte, würde er heute vermutlich nicht mehr wählen. Denn der 46-jährige CDU-Politiker hat seit Mittwoch seine besten Jahre bereits hinter sich und um die Zukunft dürfte ihm auch ein wenig bange sein. Da nämlich hat die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende, als deren Ziehkind Röttgen lange galt, mit kaum zu überbietender Kälte kurzen Prozess gemacht - und den glücklosen CDU-Spitzenkandidaten bei der NRW-Landtagswahl auch als Umweltminister aus ihrem Kabinett entlassen.

Ein demütigender Vorgang, der so häufig noch nicht stattgefunden hat. Lediglich der SPD-Mann Rudolf Scharping wurde dereinst von Gerhard Schröder so vom Acker gejagt. Alle anderen Abgänge aus diversen Regierungsmannschaften fanden per Rücktritt statt. Doch derlei Gefallen, so heißt es aus Insiderkreisen, habe Röttgen der Kanzlerin nicht tun wollen. Womöglich hat er seinen Stellenwert als Kanzlerinnen-Liebling, und Verantwortlichen für die noch immer nicht stattgefundene Energiewende überbewertet. Vielleicht aber auch die möglichen Auswirkungen der Wahlpleite im bevölkerungsreichsten Bundesland, an der er höchstselbst nicht unschuldig ist, auf die schwarz-gelbe Koalition in Berlin unterschätzt.

Dabei hätte der Ex-Umweltminister spätestens seit der Schimpfkanonade von CSU-Chef Horst Seehofer ins offene Mikrofon und dem fleißigen Mittun der »Bild«-Zeitung, die den immer als »Muttis Klügster« geltenden Röttgen Anfang der Woche als »Muttis Dümmster« bezeichnet hatten, wissen müssen, woher der Wind weht. Konservativen in der Union waren sein CDU-Modernisierungskurs in Sachen Atomkraft, seine schwarz-grünen Affinitäten, aber auch seine Oberlehrerhaftigkeit und sein Ehrgeiz auf Merkels Erbfolge schon lange ein Dorn im Auge.

Was die Kanzlerin offenbar lange nicht störte. Das muss sich erst geändert haben, als der Mann im Düsseldorfer Schlussspurt Merkel schon mal vorsorglich in Mithaftung für das Wahlergebnis nehmen wollte. Es war in diesem Wahlkampf nicht sein einziger Fehler.

Die Rigorosität, mit der die Kanzlerin ihn ahndete, hat einige in der CDU, besonders in Röttgens NRW-Landesverband, erschreckt, andererseits Beifall von der CSU und der FDP eingebracht. Wie viele ihrer Kabinettskollegen noch in den Genuss von derlei offenbar um sich greifenden Umgang bis zur Bundestagswahl 2013 kommen werden - wenn die Koalition so weit kommt - bleibt abzuwarten. Der neue Umweltminister und bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion Peter Altmaier hat ja vielleicht erst mal die 100-Tage-Schonfrist.

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