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Heiko Frings
19.05.2012

Kampf um die Burg

WÜRFELSPIEL

Es ist das Standardszenario vieler Spiele für Vielspieler: Als Fürsten führen wir unsere Ländereien zu wirtschaftlicher Blüte. Schauplatz ist dieses Mal das Loiretal des 15. Jahrhunderts, wo wir rund um »Die Burgen von Burgund« durch Handel, Viehzucht und gesellschaftlichen Fortschritt Siegpunkte sammeln. Fünf mal fünf Runden hat jeder von uns Zeit, um die einsame Burg in der Mitte seines leeren Ablagetableaus zum Zentrum einer von Flussläufen durchzogenen Landschaft aus saftigen Weiden, erzreichen Gebirgen, wachsenden Städten und abstrakten Wissensregionen zu machen - einer Art Renaissance-Kompetenzcluster, die uns im Spielverlauf verschiedene Vorteile verschaffen.

Spielmotor sind, für solch ein komplexes Spiel überraschend, Würfel. Sie bestimmen, ob und welche Landschaftsplättchen oder Handelswaren wir nehmen dürfen, wo ein Landschaftsplättchen platziert oder welche Ware verkauft wird. Auch Arbeitskräfteeinsatz und deren Qualifizierung funktioniert so. So erhalten wir den taktischen Spielraum zur planvollen Entwicklung. Doch die Zahl verschiedener Plättchen macht die Entscheidung zwischen den vielfältigen Aktionsmöglichkeiten nicht leicht, und die schlecht zu unterscheidenden Farben der Landschaftsfelder und -plättchen machen uns das Fürstenleben zusätzlich schwer. Auch die unübersichtliche Struktur der immerhin elf Seiten langen Regeln trägt wenig dazu bei, Licht ins Dunkel zu bringen.

So bleibt unterm Strich ein ambitioniertes, aber bis auf die Beigabe von Würfeln recht konventionelles Aufbauspiel.

»Die Burgen von Burgund«, von Stefan Feld, Kosmos, für zwei bis vier ab 12 Jahren, ca. 33 Euro

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