21.05.2012

Opelbetriebsrat droht mit Kürzung

Weiter Standorte gefährdet

Der Opel-Gesamtbetriebsrat droht bei Produktionsvelagerungen ins Ausland damit, den Beitrag der Belegschaft an der Konzernsanierung zu kappen. Zudem gibt es neue Diskussionen, dass nach dem Astra auch der Zafira verlegt werden. Das würde das Bochumer Werk in Gefahr bringen.

Berlin (AFP/nd). Nach der Entscheidung des Opelmanagements für eine Verlagerung der Astra-Produktion nach England droht der Betriebsrat laut einem Bericht damit, den Sanierungsbeitrag der Belegschaft zu kappen. Wenn britische Opelarbeiter durch Lohnverzicht stärker zur Sanierung beitrügen, bedeute das, »dass wir hier in Deutschland weniger zahlen müssen. Und das werden wir«, sagte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug der »Welt am Sonntag«.

Der Unternehmensleitung müsse klar sein, dass ein Konzern nicht gegen die Belegschaft saniert werden könne, warnte Schäfer-Klug. Dem Betriebsrat müsse umgehend ein Gesamtkonzept für Opel vorgelegt werden, die Gespräche darüber müssten ab kommender Woche beginnen. »Solange es die nicht gibt, bewegt sich an den deutschen Standorten nichts mehr«, sagte er der »Welt am Sonntag«.

Im Mai 2010 hatten sich Konzernleitung und Belegschaft auf einen Sanierungsplan und Personaleinsparungen von 265 Millionen Euro pro Jahr bis 2014 verständigt. Davon sollte die deutsche Belegschaft 176,8 Millionen Euro beitragen. Im Gegenzug hatte Opel Investitionen in neue Produkte und damit in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zugesagt. Laut einem Bericht des »Focus« könnte bei Opel neben dem Astra auch die Produktion eines weiteren Modells ins Ausland verlagert werden. Opelchef Karl-Friedrich Stracke lasse prüfen, ob die Fertigung des Kleinwagens Corsa nach 2014 aus dem thüringischen Eisenach ins spanische Saragossa verlegt werden könnte. Erst am Donnerstag hatte Opel bestätigt, dass die nächste Generation des Kompaktmodells Astra ab 2015 nur noch im britischen Ellesmere Port und in Polen gebaut wird und nicht mehr im Stammwerk in Rüsselsheim. Dies könnte das Aus für das Werk in Bochum bedeuten, da die Produktion des Familienwagens Zafira von dort nach Rüsselsheim verlagert werden könnte.

Bei einer Betriebsversammlung im Bochumer Opelwerk am Montagmorgen will der dortige Betriebsratschef Rainer Einenkel laut der »Wirtschaftswoche« Beweise dafür vorlegen, dass Opel schon länger Vorbereitungen für eine Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim treffe. Er wolle Stracke am Montag damit konfrontieren.

Ein Opelsprecher sagte der Zeitschrift, es gebe »noch keine Entscheidung über die Zukunft des Werks Bochum für die Zeit nach Ablauf des Standortsicherungsvertrags Ende 2014«. Zu der Betriebsversammlung wird auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erwartet.