Von Marc Zeilhofer, dpa
21.05.2012

Hausding und Klein springen zu Gold

Wasserspringen: Das Synchronduo feiert in Eindhoven fünften EM-Titelgewinn in Folge

Auf die deutschen Wasserspringer ist vor allem in den Synchronwettbewerben Verlass. Am vorletzten Tag der EM in Eindhoven feierten Patrick Hausding (Berlin) und Sascha Klein (Riesa) vom Turm den fünften Titelgewinn in Folge. 24 Stunden zuvor war Hausding zusammen mit Stephan Feck (Leipzig) Zweiter im Synchronwettbewerb vom 3-m-Brett geworden.

Freudentränen vergoss auch Uschi Freitag (Aachen), die am vorletzten EM-Tag Silber vom 3-m-Brett gewann und damit ihre erste Einzelmedaille erkämpfte. Damit errang die deutsche Mannschaft vor den letzten beiden Entscheidungen am Sonntag (nach Red.-Schluss) insgesamt sechs Medaillen (1/3/2). Zuvor hatte es schon Silber für Hausding vom 3-m-Brett sowie Bronze durch Turmspringerin Maria Kurjo (Berlin) und das Synchronpaar Christin Steuer/Nora Subschinski (Riesa/Berlin) gegeben.

Goldgaranten vom Turm

Vom Turm macht dem deutschen Synchronduo Hausding und Klein in Europa keiner was vor. Doch beim fünften EM-Titel in Serie waren die Russen nah dran, die deutsche Dominanz zu brechen. Die Goldgaranten und Olympiazweiten aus Berlin und Riesa lagen bei ihrem fünften EM-Sieg nacheinander mit 463,08 Punkten vor den starken Russen Ilja Sacharow und Viktor Minibajew (458,07), die vor dem letzten von sechs Sprüngen sogar noch geführt hatten.

»In letzter Zeit machen wir es immer ein wenig spannend und strapazieren die Nerven unserer Fans«, sagte Sascha Klein, der sich wegen einer Verletzung am Ellbogen nicht von der 10-m-Plattform einspringen konnte.

Hausding/Klein punkteten mit der besseren Synchronität gegen das technisch anspruchsvollere und mit einem höheren Punktwert bedachten Programm der russischen WM-Vierten. Hausding gewann der starken Konkurrenz positive Seiten ab: »Das macht doch Spaß, wenn alle ein wenig zittern müssen.«

Auerbachsalto unsauber

24 Stunden zuvor hatten Patrick Hausding und sein Leipziger Partner Stephan Feck als EM-Zweite vom 3-m-Brett ein Erfolgserlebnis. Das Duo lag bis zum fünften von sechs Sprüngen bestens im Rennen, doch dann drehte Feck den dreieinhalbfachen Auerbachsalto nicht ganz fertig und tauchte unsauber ins Wasser. »Der Auerbach ist ein bisschen unsere Achillesferse«, sagte Chefbundestrainer Lutz Buschkow.

»Wir haben fast das Maximun rausgeholt. Noch nie war es so schwierig, in Europa eine Medaille zu holen«, sagte Hausding mit Blick auf das gestiegene kontinentale Niveau im Synchronspringen. Die Titelverteidiger Jewgeni Kusnezow und Ilja Sacharow (Russland) gewannen letztlich verdient mit 445,92 Zählern.

Beim Weltcup im Februar in London hatten Hausding/Feck überraschend die Olympiaqualifikation verpasst. »Danach haben wir unser gemeinsames Training rapide reduziert. Der Fokus liegt jetzt woanders, aber eine EM-Medaille ist natürlich immer schön«, sagte Hausding und fügte hinzu: »Wir wollten zeigen, dass wir nach London gehört hätten.«

Uschi Freitag happy

Mit Freudentränen reagierte Uschi Freitag auf ihre erste Einzelmedaille bei einer großen Meisterschaft. »Nach den ersten beiden Sprüngen dachte ich: Das wird heute wieder nichts. Doch dann bin ich immer besser in den Wettkampf gekommen«, sagte die Aachenerin. »Ich wusste aber nicht, wie ich liege, auch nicht vor dem letzten Sprung.« Am Ende musste sie sich vom 3-m-Brett mit 321,40 Punkten nur der schwedischen Titelverteidigerin Anja Lindberg (342,75) geschlagen geben.

Die Berlinerin Nora Subschinski (298,20) wurde Sechste. Die italienische Mitfavoritin Tania Cagnotto berührte bei ihrem letzten Sprung kurz vor dem Eintauchen mit der Hand das Brett und fiel wegen der Punktabzüge von Platz zwei auf Rang vier zurück.

Am Vortag hatte Uschi Freitag den von vielen als undankbar empfundenen vierten Platz vom 1-m-Brett belegt. »Das war mein bisher größer Erfolg. Ich habe die vorne ein wenig geärgert«, sagte die EM-Sechste des Vorjahres. Vor dem letzten von fünf Durchgängen der nicht-olympischen Disziplin hatte die gebürtige Niederländerin noch auf Platz drei gelegen. Die Hallenserin Katja Dieckow schaffte ihr Finalziel und wurde Sechste.

Noch Medaillenchance

Am Schlusstag der EM hatten Uschi Freitag und Katja Dieckow noch eine Medaillenchance. Im Synchronwettbewerb vom 3-m-Brett (nach Red.-Schluss) war das Duo im Vorjahr EM-Dritter.

Dagegen sagte Sascha Klein wegen einer Ellenbogenverletzung seinen Start im letzten Wettbewerb ab und konnte damit am Sonntag seinen EM-Titel vom Turm nicht verteidigen. »Er kann nicht einmal einen Handstand drücken, das würde nichts bringen«, sagte Chefbundestrainer Lutz Buschkow. Da Martin Wolfram bereits vor EM-Beginn wegen einer Handgelenksblessur passen musste, ging das Einzelspringen vom Turm ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Kleins Start bei der deutschen Olympiaqualifikation in dieser Woche in Berlin soll aber nicht gefährdet sein.


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