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Von Jan Helbig
22.05.2012

Faust, Fußangeln

3sat-Preis: Stemann

Faust: der Neunmalklug des deutschen Theaters. Goethes Held ist längst nicht mehr Heros einer gut beleumdeten Vernunft. Was die Welt zusammenhält und des Faustens Aufhellungstrieb unablässig anlockte - es hat inzwischen seine letzten dunklen Kräfte gegen den gnadenlos entschleierungssüchtigen Zugriff des Menschen gebündelt und wirft in warnenden Abständen apokalyptische Zeichen an die Wand. Von dort hallen die hohen Töne des Weimarer Edelverses nur noch verzerrt, illusorisch, schmutzbefleckt zurück. Aufklärung? Ließ den Geschichtslauf nicht klarer werden. Neugier? Zeugte Reichtümer, daran sich letztlich bloß die uralte Gier mästet. Das Faustische hat sich am Ende als eine sehr elitäre Spielart des Elendigen erwiesen. Goethe einen Klassiker zu nennen - vielleicht fordert es vor allem, sein bitteres Urteil über uns Gegenwärtige zu ertragen. Sieh Faust und sieh den intelligenten Menschen, wie er sich, rauschmittelbesessen, Selbstermächtigungsgesetze schafft. Wie er die Unschuld in den Wahnsinn treibt. Heinrich, mir graut vor dir. Gretchens Satz am Schluss. Er steht als harte Wahrheit schon fühlbar über der ersten Szene.

So hat es Nicolas Stemann inszeniert: »Faust I und II« für die Salzburger Festspiele, in Kooperation mit dem Hamburger Thalia Theater. Dafür erhielt der 1968 in Hamburg Geborene - mehrere Jahre Hausregisseur am Wiener Burgtheater und am Deutschen Theater Berlin, erfolgreich-fantasievoller Uraufführungsregisseur von Jelinek-Stücken, nun den 3-sat-Preis des Theatertreffens.

Dieser Regisseur, in seiner eigenen, neunstündigen Inszenierung Musiker und Moderator: Auch mit Goethe macht er, wie so oft, den zerreißenden Spagat zwischen Bindungs- und Freiheitssehnsucht zum lüsternen, lastenden Schmerz- und Spaßthema. Es ist eine Aufführung, die den ersten Teil der Tragödie - mit drei Schauspielern für alle Rollen! - fulminant neu erfindet, ernst, ergreifend, frappierend frisch, und es ist eine Aufführung, die den erwiesen unspielbaren zweiten Teil der Tragödie zur souveränen, kindischen, unbeholfenen, ungeordneten, albernen, alle Verlegenheit kratzig und aufgedreht überspielenden Szenensplitterparty aufpeppt. Nicht die Erzählung, nicht Handlung dominiert, sondern eher der Kommentar zu Text-Fußangeln: warum dies alles hier kein Schlüssiges, Ganzes werden kann.

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