Von Jirka Grahl
22.05.2012

Hertha geht den Weg über die Instanzen

Relegation: Das Sportgericht weist den Einspruch der Berliner ab, die nun vor das Bundesgericht ziehen

Hertha BSC zieht im Streit um eine Wiederholung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) vor das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Das gaben die Berliner am Montag bekannt. Kurz zuvor hatte das DFB-Sportgericht den Einspruch der Hertha gegen die Spielwertung abgewiesen.

Gestern Nachmittag um kurz nach Drei fällte das DFB-Sportgericht sein Urteil. Es wies den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) als unbegründet ab. Hertha wollte nach dem Platzsturm der Düsseldorfer Fans und einer 20-minütigen Unterbrechung ein Wiederholungsspiel erreichen.

»Schwierig« sei die Entscheidung gewesen, teilte der Vorsitzende des DFB-Sportgerichtes mit. Am Ende musste die »Tatsachenentscheidung« herhalten als Begründung, warum beim Relegationsrückspiel trotz des Chaos' auf Rasen und Rängen die Wertung rechtmäßig war: »Das Spiel wurde dreimal unterbrochen und dreimal fortgesetzt. Das sind Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters«.

Laut Richter Lorenz habe Hertha nicht nachgewiesen, dass Berliner Spieler »unter Angst standen«. Es sei kein Spieler verletzt oder angegriffen worden. »Wäre das der Fall gewesen, hätte der Einspruch Erfolg gehabt.«

Die Düsseldorfer begrüßten die Entscheidung naturgemäß: »Im Grunde sind wir erleichtert und erfreut, dass das Ergebnis Bestand hat. Wir hoffen und gehen davon aus, dass das auch in zweiter Instanz Bestand haben wird«, so Fortunas Präsident Peter Frymuth. Ganz anders sehen die Berliner die Sache, so war es von vornherein erwartet worden. Hertha legte umgehend Berufung gegen das Urteil ein.

Anwalt Christoph Schickhardt führt für die Berliner dieser Tage das Wort in der wenig rühmlichen Gerichtssache, in der alle Beteiligten ein schlechtes Bild abgeben. Schickhardt kritisierte das Gericht: »Alle haben gesehen, dass das ein irreguläres Spiel war. Das war am Ende kein Fußballspiel mehr.« Dass beim DFB-Sportgericht trotzdem von einer Art »positivem Platzsturm« gesprochen werde, sei »ein lustiger Begriff für das, was wir gesehen haben.«

Nach Herthas Berufung steht weiterhin nicht fest, wer im kommenden Jahr in Liga eins spielen wird. Das DFB-Bundesgericht wird nun noch diese Woche zusammentreten. Die Fristen wurden auf jeweils 24 Stunden für die Einlegung und die Begründung des Einspruchs verkürzt.

Die letzte Instanz wäre das Deutsches Sportschiedsgericht oder das Schiedsgericht der Lizenzvereine im Profifußball.

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken