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Von Velten Schäfer
24.05.2012

Schutzschirm für Tierzüchter

Linkspartei: Tierhalter sollen während neuartiger Epidemien besser abgesichert werden

Derzeit häufen sich neue Tiererkrankungen. Bis sie aber erforscht und eingeordnet sind, gibt es keine Hilfe für betroffene Betriebe. Das könne für viele lebensbedrohlich sein, kritisieren Agrarpolitiker der Linkspartei. Heute Abend berät der Bundestag über ihren Antrag auf Nothilfefonds.

Die Landwirtschaft ist heute eine hochmoderne Branche, doch die Natur hält immer wieder Überraschungen bereit. Zur Zeit grassieren mit dem Schmallenberg-Virus und dem chronischen Botulismus gleich zwei Tierseuchen, deren genauer Ursprung wissenschaftlich nicht geklärt ist. Bei der Schmallenberg-Erkrankung weiß man immerhin, dass es sich um einen Virus handelt. Einen Impfstoff gibt es aber nicht - und es ist noch nicht einmal klar, ob ein solcher tatsächlich benötigt wird: Die Wissenschaftler beobachten derzeit, ob die Schafe (und seltener auch Kühe), die bei dieser Erkrankung missbildete Junge zur Welt bringen, beim zweiten Wurf nicht schon selbst gegen den Erreger immun sein könnten.

Beim Chronischen Botulismus gehört das Abwarten zwar nicht zur Strategie. Was aber genau die merkwürdigen Krankheitsgeschehen in Teilen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns verursacht, bei denen in Rinderbeständen u.a. Kontroll- und Koordinationsverluste sowie Lähmungserscheinungen mit hohen Verlusten hervorgerufen werden, ist noch ungeklärt. Manche Experten stellen einen Zusammenhang mit einer bekannten bakteriellen Erkrankung her, das Landwirtschaftsministerium dagegen geht bisher nicht davon aus, dass es sich überhaupt um eine spezifische Krankheit handelt. Der Begriff sei lediglich eine »Hypothese zur Erklärung von unspezifischen Symptomen wie Erkrankungen des Bewegungsapparates, Fruchtbarkeitsstörungen, Verdauungsproblemen, Schwäche, Auszehrung und Lähmungen bei einzelnen Tieren.« Dennoch hat das Ministerium Forschungen in Auftrag gegeben.

Was akademisch klingt, ist für den Landwirt mitunter lebenswichtig. Nur, wenn ein Erkrankungsgeschehen offiziell als Tierseuche anerkannt wird, greifen Ausgleichsmechanismen wie etwa die Tierseuchenversicherung. Bis dahin, kritisiert die agrarpolitische Sprecherin der Linkspartei, Kirsten Tackmann, »werden die Betriebe im Regen stehen gelassen«. Allein vom Schmallenberg-Virus seien über 1000 Landwirte betroffen, auch die Debatte über den chronischen Botulismus ziehe sich bereits seit zwei Jahren. »Das ist eine gravierende Regulierungslücke, hinter der sich zuweilen Familientragödien auftun«, sagt Tackmann. Zumal sich in den letzten Jahren neue oder zunächst rätselhafte Tiererkrankungen offenbar häuften, wohl als Folge der zunehmenden materiellen Verflechtung der Weltwirtschaft.

Diese Lücke will die Linksfraktion nun mit einem Antrag schließen: Zehn Millionen Euro sollen aus dem nächsten Haushalt in einen Nothilfefonds für ungeklärte Erkrankungsgeschehen fließen, der betroffenen Betrieben auch ohne offizielle Seuchenanerkennung zunächst zu Hilfe kommt - um sich das Geld nach der Analyse und Einordnung neuer Krankheitsbilder von den etablierten Stellen zurückzuholen. Im Vergleich zu anderen Instrumentarien sei das nicht viel Geld, sagt Tackmann. Doch komme es bei den betroffenen Betrieben auch oft schon auf kleinere Summen von 10 000 oder 15 000 Euro an.

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