Von Lutz Gallinat, Lübeck
25.05.2012

»Wolfsrevier« Museum

Ausstellung in Lübeck

Wie viele Wölfe heute in Deutschland leben, weiß man nicht, denn der Wolf ist extrem menschenscheu, so dass Begegnungen mit ihm sehr selten sind. Aber er hinterlässt Spuren, die seine Anwesenheit - auch in Schleswig-Holstein - sichtbar werden lassen. Das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck begibt sich derzeit mit der faszinierenden Ausstellung »Wölfe« auf Spurensuche. Die Schau des Senckenberg Museums für Naturkunde in Görlitz beleuchtet das ausgeprägte Sozialverhalten, die Beziehung zwischen Wolf und Beute, den Schutz der Wölfe und das Wildlife-Management.

Der Wolf war früher das am meisten verbreitete Raubtier der Erde, wurde jedoch in West- und Mitteleuropa weitgehend ausgerottet. Deutschland wurde erst Ende der 1990er Jahre wieder besiedelt, im Jahr 2000 wurden erstmals Welpen nachgewiesen.

Die Ausstellung »Wölfe« gewährt auf rund 300 Quadratmetern einen Einblick in das Leben dieser eindrucksvollen Tiere, den Urvätern der Hunde. Sie thematisiert auch damit verbundene Konflikte und Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung.

»Diese Ausstellung bringt neueste Erkenntnisse aus der Freilandforschung und räumt mit Vorurteilen auf«, erklärte die Leiterin des Museums, Dr. Susanne Füting. Neueste Erkenntnisse zur Genetik des Wolfes, zu seinem Wanderverhalten und zu gegenwärtigen Ausbreitungstendenzen machen deutlich, wie Forscher das Wildtier aufspüren. Spektakuläre Filmaufnahmen der Lausitzer Wolfsrudel, interaktive und akustische Installationen, Modelle und Präparate lassen die aktuelle Ausstellung zu einem Erlebnis für alle Sinne werden. Dazu zählt auch ein Spielbereich, in dem Kinder den Nachtwald und seine Stimmen kennenlernen - und Geschichten über den Wolf hören.

Die Ausstellung »Wölfe« ist zu sehen im Lübecker Museum für Natur und Umwelt, Di bis Fr 9-17 Uhr, Sa u. So 10-17 Uhr, bis zum 24.6.2012.; Informationen unter www.die-luebecker-museen.de