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Von Heidrun Böger, Schkeuditz
25.05.2012

Von wegen verstaubt!

Mitteldeutsche Genossenschaften präsentieren sich auf ihrem ersten Kongress innovativ

Dass Kooperativen mittlerweile in fast allen Lebensbereichen eine echte Alternative darstellen, zeigte der 1. Mitteldeutsche Genossenschaftstag.

»Noch in den 90er Jahren galten die Genossenschaften als verstaubt und altmodisch, das hat sich geändert.« Der das sagt, muss es wissen. Axel Viehweger ist Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften und einer der Organisatoren des 1. Mitteldeutschen Genossenschaftskongresses, der am Mittwoch in Schkeuditz stattfand. Organisiert wurde er von fünf Genossenschaftsverbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sie vertreten 1300 Unternehmen mit über einer Million Einzelmitgliedern und geben 41 000 Menschen Arbeit.

Formaler Anlass für diesen ersten hochkarätig besetzten Kongress ist das Jahr der Genossenschaften, das die UNO ausgerufen hat. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig sagte in seinem Grußwort: »Genossenschaftlich organisierte Unternehmen sind Vorbild für solidarisches und demokratisches Wirtschaften. Ich sehe darin eine echte Alternative zu einem Shareholder-Kapitalismus, der die kurzfristige Profitmaximierung zum alleinigen Maßstab für unternehmerischen Erfolg gemacht hat.«

Während des Kongresses wurde schnell klar, dass man selbstbewusst auftritt und innerhalb der Marktwirtschaft mit innovativen Konzepten die Richtung vorgeben will. Der sächsische Landtagspräsident Matthias Rößler erinnerte an den Missbrauch des Genossenschaftsgedankens zu DDR-Zeiten. Sein Vater, ein selbstständiger Gärtner, wehrte sich dagegen, der Genossenschaft beizutreten.

Heute ist man davon weit entfernt, wie Jürgen Keßler von der Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin ausführte. Der Jurist verwies auf die Vorteile der Rechtsform, die weniger insolvenzanfällig sei: »Nicht nur Wohnungsgenossenschaften haben bewiesen, dass sie am Markt bestehen.« Auch seien feindliche Übernahmen nicht möglich, da jedes Mitglied eine Stimme hat. Der Einfluss ließe sich durch Kapitalakkumulation nicht bündeln.

Genossenschaften schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, sind Auftraggeber für die örtliche Wirtschaft und zahlen Steuern an die Kommunen. Daneben nehmen sie gesellschaftliche, kulturelle und soziale Aufgaben wahr. So engagieren sich Wohnungsgenossenschaften neben dem Stadtumbau bei altersgerechten oder Studentenwohnungen. Sie bieten bezahlbaren Wohnraum, weil sie nicht dem Gewinn verpflichtet sind.

Der Kongress vertrat die ganze Bandbreite: Von Wohnungs- und Konsum-, über Agrar-, Friseur- und Taxigenossenschaften bis zu innovativen Vertretern: In Görlitz haben sich Ärzte zusammengeschlossen, in Leipzig wird der Kinobetreiber »Neue Eigentlichkeit« von 80 Genossen getragen, die insgesamt 46 400 Euro investierten. Auch in der Solarbranche sind viele Kooperativen vertreten.

Oft gibt es Kooperationen: Bietet eine Genossenschaft Betreutes Wohnen an, befindet sich der PGH-Friseur mit im Objekt, der Konsum liefert ins Haus, und das herbeigerufene Taxi ist auch ein genossenschaftliches. »Das ist die Richtung, in die es geht«, fasst Wolfgang Allert vom Mitteldeutschen Genossenschaftsverband zusammen.

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