Linker Journalismus ist nicht umsonst! Was soll das hier?

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Die gedruckte Zeitung, auch das „nd“, hat in den letzten Jahren erheblich an Auflage verloren und die Dynamik des Sinkflugs scheint zuzunehmen. Positiv hat sich in den vergangenen Monaten dagegen die Zahl der digitalen Verkäufe, vor allem Online-Abonnenten entwickelt. Sie hat im Laufe des Jahres 2014 stark zugenommen, auch wenn wir mit gut 1.200 zahlenden Online-Lesern noch weit hinter anderen überregionalen Zeitungen zurückliegen. Mehr als ein Drittel dieser Abonnenten nutzen das Online-Angebot in Kombination mit der gedruckten Wochenendausgabe. Auch die nd-App findet immer größeren Zuspruch. Um eine solche Entwicklung zu verstätigen und auszubauen, bedarf es nicht unerheblicher Investitionen.

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26.05.2012
10. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb

Geschichte mit Folgen

Im Nachgang sende ich eine Geschichte, die von keiner Reise handelt, wohl aber von Folgen dieses Wettbewerbs.

Im »wochen-nd« lese ich Lesergeschichten. Ich lasse mich einfangen von der Darstellung einer Reise nach Rhodos, die gerahmt ist von der Beschreibung des »Königs« der Insel, des Kellners Wassilis. Mich beeindruckt die lebhafte, farbige und warmherzige Schilderung von Land, Menschen und Situationen.

Am Textende fällt mein Blick auf den Namen des Autors: Anton H., Berlin. Mir fällt ein: Vor 60 Jahren hatte ich an der Oberschule in T. einen Schüler dieses Namens. Ich habe ihn als schlank, lebhaft und klug in Erinnerung. Er auf dem Weg zum Abitur, ich in den Lehrjahren meiner Berufstätigkeit. Der Stil seiner Lesergeschichte passt zu dem Bild, das ich von ihm bewahrt habe. Sechzig Jahre habe ich nichts von ihm gehört.

Ich frage zwei meiner ehemaligen Schüler aus T., Abiturjahrgänge 1953 und 1955, mit denen meine Frau und ich freundschaftlich verbunden sind. »Nein, in meiner Klasse war er nicht,« sagt jeder der beiden. Ich schaue ins Internet. Dutzende Fundstellen zu Anton H. - Literaturwissenschaftler, viele Belege für einen produktiven, schöpferischen Menschen. Das passt ins Bild.

Soll ich nach Adresse oder Telefonnummer suchen? Vielleicht empfindet er eine Anfrage als lästig? Ich bin im Zweifel. Schließlich will ich es wagen. Eine Telefon-CD gibt die Daten. Ich rufe an. Er ist es. Anton H. ist überrascht, dass sich sein alter Lehrer, von dem er nur zwei Jahre in zwei Fächern unterrichtet wurde, nach so langer Zeit an ihn erinnert. Eine Begebenheit außerhalb des Unterrichts ist uns beiden noch heute in lebhafter Erinnerung: Die Ferienfahrt der Schule nach Königstein. In einem alten Steinbruch zwischen Elbe und Festung hatten wir unsere Zelte aufgeschlagen. Wir erwanderten das Elbsandsteingebirge und erwarben das Fahrten- und Stundenschwimmerzeugnis in der Elbe. Abenteuer, wie sie damals möglich waren. Es erstaunt uns, wie viele Details das Gedächtnis über Jahrzehnte gespeichert hat und nun wieder frei gibt. Wir wollen in Kontakt bleiben.

Der Zufall will es, dass sich meine Frau und ich eine Woche später am Niederrhein mit »Schülern« aus T. treffen - Abiturjahrgang 1955. Ich erzähle von der nd-Lesergeschichte und ihren Folgen. Einer der Teilnehmer, Dieter B. aus S., wird lebhaft: »Mit Anton habe ich drei Jahre gemeinsam in einer Grundschulklasse gesessen. 1952 ging er an eine andere Oberschule, und wir haben uns aus den Augen verloren.« Er hat viele Details von gemeinsam mit Anton H. Erlebtem in Erinnerung und weiß sie munter zu schildern. Das Bild des ehemaligen Schülers wird farbig, fast greifbar. Ich denke: »Im Grunde hat sich manches von dem, was er später leistete, bereits in dem Schüler Anton H. angedeutet.«

Inzwischen haben auch Anton und Dieter wieder Verbindung miteinander - Folgen eines nd-Lesergeschichten-Wettbewerbs.

PS: Gestern kam Post von Anton H. - aus Rhodos. Er schreibt: »Und Kellner Wassilis ist wieder zur Stelle - eifrig und gründlich wie immer.«

Manfred Schukowski

18109 Rostock

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