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Jenny Becker
26.05.2012
Person

Nette Jägerin

Fatou Bensouda Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof

Sie ist die Frau, vor der sich Diktatoren, Schänder und Despoten künftig fürchten sollen. Fatou Bensouda tritt im Juni das Amt als Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag an. Ihre Aufgabe wird es sein, Menschenrechtsverbrecher anzuklagen und die Verfahren gegen sie zu führen.

Die 51-jährige Juristin kommt aus dem westafrikanischen Gambia. Sie ist nicht nur die erste Frau, die diesen Posten übernimmt, sondern auch die erste Afrikanerin. Allerdings gab es bisher nur einen Amtsvorgänger, denn der IStGH ist noch jung, knapp zehn Jahre gibt es ihn. Erster Chefankläger war der Argentinier Luis Moreno-Ocampo, seine Amtszeit endet nun regulär nach neun Jahren. Er hatte vor allem von der Afrikanischen Union (AU) Kritik geerntet. Der Vorwurf: Der IStGH beschränke sich auf Afrika und lasse die Verbrechen auf anderen Kontinenten ungeahndet. Von selektiver Justiz war die Rede. Bensouda, die seit 2004 stellvertretende Chefanklägerin am IStGH ist, weist diese Kritik zurück. Gestern forderte sie die afrikanischen Länder auf, weitere Kriegsverbrecher auszuliefern. Afrika könne so die »Führungsrolle« im Kampf gegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit übernehmen.

Die Gambierin gilt als umsichtig und freundlich. Bei ihren Auftritten wirkt sie mitunter fast mütterlich, trägt gerne farbenfrohe afrikanische Kleider und die Haare zu engen Zöpfen geflochten. Doch erst vor wenigen Wochen bezeichnete das US-Magazin »Time« sie als »entschlossen und energisch« und wählte sie unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Nach ihrem Jurastudium in Nigeria mit dem Schwerpunkt Internationales Seerecht war Bensouda auf diesem Gebiet die erste Expertin in Gambia, später arbeitete sie unter anderem als Generalstaatsanwältin und Justizministerin ihres Landes, als Bankmanagerin und von 2001 bis 2004 beim Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda. Jetzt hat sie die Aufgabe, Verbrecher wie den Sudanesen Umar al-Baschir oder den aus Uganda stammenden Rebellenführer Joseph Kony endlich dingfest zu machen. Ein schweres Erbe.

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