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Von Wilfried Neiße
26.05.2012
Brandenburg

Ödnis auf der ganzen Linie

Enquete-Gutachten: Im Agrarbereich setzten sich Monokulturen durch

Wer sich bis heute einbildet, auf dem Lande sei durch die politische Wende die industrielle Agrarwirtschaft durch die Idylle ersetzt worden, in der glücklich-gesunde Kühe ihrem Metzger entgegenlächeln, der sah sich durch ein gestern in Potsdam präsentiertes Gutachten in die Wirklichkeit zurückversetzt.

Was Gutachter Klaus Schmidt vor der Aufarbeitungs-Enquetekommission des Potsdamer Landtags ausbreitete, verwies alle romantischen Gegenwartsbeschönigungen ins Reich der Fabel. Ihm zufolge hat nach der politischen Wende in der DDR keine Bereicherung, sondern eine nie dagewesene Verödung auf Brandenburgs Agrarflächen stattgefunden. Inzwischen dominieren Monokulturen wie Getreide, Mais, Grünfutterpflanzen und Raps, stellte Klaus Schmidt in seinem Gutachten fest.

Nicht etwa nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten, sondern zu DDR-Zeiten seien Artenvielfalt und Sortenspektrum »beträchtlich erweitert« worden, heißt es in der Zusammenfassung. »Auf vielseitig nutzbaren Böden kamen örtlich 20 und mehr Fruchtarten zum Anbau.« Nach 1990 habe eine »drastische Verringerung stattgefunden. Das führt der Professor auf »unablässig steigende Verbraucherwünsche«, Anforderungen der Lebensmittelindustrie und eine Industrie zurück, die Biomasse verarbeite.

Seit 1995 stagniere der Ertragszuwachs u.a. infolge von Kosteneinsparungen, hält das Gutachten fest. Auch die massive Reduzierung der Viehbestände auf die Hälfte in Brandenburg sei Ausdruck einer Entwicklung, die zu Ungunsten der heimischen Landwirte verlaufe. Die schon zu LPG-Zeiten vorangetriebene Trennung von Tier- und Pflanzenproduktion hat laut Schmidt heute ihren Gipfel erreicht. Nur sehr wenige Mastbetriebe würden sich noch um den Futteranbau kümmern.

Damit einher gegangen sei die Verlagerung höherer Veredlung landwirtschaftlicher Produkte zugunsten anderer Standorte, was die Ausschöpfung von Produktionspotenzialen als auch bei den Beschäftigungsmöglichkeiten verringert habe. Umweltministerin Anita Tack (LINKE) und der umweltpolitische Beirat hatten kürzlich davor gewarnt, unablässig Mais als Monokultur anzubauen. Das lauge die landwirtschaftlichen Böden aus.

Die oft angefeindeten Agrargenossenschaften, welche heute noch die Produktion dominieren, seien noch am ehesten in der Lage, nötige Schutzmaßnahmen durchzuführen, fügte Schmidt hinzu. Der viel gerühmte Einzelbauer sei dazu oft überhaupt nicht imstande.

Gutachter Schmidt warnte darüber hinaus vor einer zunehmenden Konzentration der Agrarflächen in den Händen von »Nichtlandwirten«. »Kapitalanlage, Rentenabschöpfung und Spekulationszwecke treten als wirtschaftliche Ziele immer mehr in Erscheinung.« Begleitet würden diese Prozesse von einem »hohen Flächenentzug durch Bebauung und Versiegelung«. Die derzeit geltenden gesetzlichen Genehmigungsregelungen würden der Tendenz des spekulativen Bodenerwerbs »nicht hinreichend entgegen wirken«, hält das Gutachten fest.

Eingangs kritisierte CDU-Vertreter Dieter Dombrowski, dass der Kommissionsmitarbeiter der LINKEN Thomas Falkner seine MfS-Kontakte verschwiegen habe. Laut LINKE-Abgeordneter Kornelia Wehlan sei dies seit Mitte der 90er Jahre bekannt gewesen. Falkner gehöre der Kommission nicht als Mitglied an.

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