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30.05.2012
Moskau/Genf

Russland: Hula darf kein Vorwand sein

Warnung vor militärischer Einmischung in Syrien

Moskau/Genf (Agenturen/nd). Die UN-Vetomacht Russland hat nach dem Massaker im syrischen Hula davor gewarnt, das Blutbad als Vorwand für eine militärische Einmischung zu nutzen. Außenminister Sergej Lawrow warf der syrischen Opposition vor, sie wolle einen Bürgerkrieg anzetteln und so eine Intervention rechtfertigen. Der Syrienkonflikt könne nicht nur auf das Nachbarland Libanon, sondern auf die gesamte Region übergreifen, warnte Lawrow am Dienstag nach Angaben von Agenturen in Moskau.

Einige Länder fänden den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan hinderlich und setzten deshalb den Sicherheitsrat unter Druck, sagte Lawrow.

Die meisten Opfer des Massakers in der syrischen Ortschaft Hula wurden nach UN-Darstellung von regierungstreuen Schabiha-Milizen hingerichtet. Viele der in Hula ermordeten Kinder seien unter zehn Jahren gewesen, erklärte der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, am Dienstag in Genf. Laut Augenzeugen habe es sich um Massenerschießungen gehandelt. Die UN schätzen die Zahl der Todesopfer auf mindestens 108. Weniger als 20 der getöteten Männer, Frauen und Kinder seien durch Panzer oder Artilleriebeschuss ums Leben kamen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Syrien-Sondergesandte der UN und der Arabischen Liga, Kofi Annan, forderten, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, erklärte, der Angriff auf das Dorf sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Aus Protest gegen das Massaker von Hula haben mehrere Staaten die syrischen Botschafter ausgewiesen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien sowie die USA wiesen die bei ihnen akkreditierten syrischen Top-Diplomaten an, in ihre Heimat zurückzureisen.

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