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Von Miriam Nicolai
30.05.2012

Wenn Schafik gewinnt, sind wir tot

Akteure der ägyptischen Revolution unzufrieden mit Wahlausgang

Schon aus den Überschriften der liberalen Zeitungen Ägyptens spricht das Entsetzen: Einen »Albtraum« nennen sie das Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen.

Am Montagnachmittag gab das Oberste Wahlkomitee Ägyptens die Ergebnisse der Abstimmung bekannt, die am Mittwoch und Donnerstag stattgefunden hatte: In einer Stichwahl am 16. und 17. Juni werden Mohamed Mursi und Ahmed Schafik gegeneinander antreten, also der Kandidat der Muslimbrüder gegen den letzten Premierminister des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak. Mursi erhielt demnach knapp 25 Prozent der Stimmen, Schafik 24 Prozent.

In Kairo und anderen Städten brachen nach der Bekanntgabe der Ergebnisse Proteste aus. Tausende versammelten sich auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos. Am Abend hatten Unbekannte, vermutlich Mitglieder der Revolutionsbewegung, an der Wahlkampfzentrale Schafiks im Kairoer Stadtteil Dokki Feuer gelegt.

»Ich habe nicht mein Leben auf dem Tahrir-Platz riskiert, damit der Luftfahrtminister den Präsidenten ablöst«, schrieb einer im Internet. Luftwaffen-General Shafiq war unter Mubarak zehn Jahre lang Minister für Luftfahrt. Dass Mursi unter den beiden Kandidaten fürs Präsidentenamt sein würde, galt als wahrscheinlich: Mit den Muslimbrüdern hat er eine große und gut organisierte Organisation hinter sich. Bei den Parlamentswahlen im Dezember hatten die Muslimbrüder rund 45 Prozent der Stimmen gewonnen. Schafiks zweiter Platz hingegen war nicht erwartet worden. Noch vor wenigen Wochen lag er in Umfragen weit hinten. Im Internet kursieren Bilder von Stapeln von Ausweisen, offenbar waren zahlreiche Tote in den Verzeichnissen vertreten, andere Namen tauchten bis zu 50-fach auf.

Unterlegene Kandidaten hatten am Wochenende Beschwerde wegen Wahlbetrugs eingereicht. Sie werfen dem regierenden Militärrat unter anderem vor, dass eine Million Polizisten aufgefordert worden seien, für Schafik zu stimmen, ebenso Millionen Soldaten und Wehrdienstleistende. Das Wahlkomitee wies die Beschwerden am Montag zurück.

Obwohl ein Gesetz Mitgliedern des Mubarak-Regimes verbietet, für öffentliche Ämter zu kandidieren, war Schafik zur Wahl zugelassen worden. Er gilt als enger Vertrauter Mubaraks und hat diesen erst vor wenigen Tagen »sein Vorbild« genannt. Auf dem Höhepunkt der Revolution, am 29. Januar 2011, ernannte ihn Mubarak zum Premier. Er blieb auch nach Mubaraks Sturz im Amt, musste erst nach Protesten wenige Wochen später zurücktreten.

Schafik ist der Kandidat des Militärs - und die Horrorvision der Revolutionsbewegung, die der Militärrat seit Monaten zu zerschlagen versucht. Als er nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse eine Pressekonferenz gab, war sein erster Satz: »Die Revolution ist vorbei.« Bei der Demonstration am Montagabend trug ein Demonstrant ein Schild, auf dem stand: »Wenn Schafik gewinnt, sind wir alle tot.«

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