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Von René Heilig
31.05.2012

»Murmansk« wurde trocken gelegt

Das norwegische Fischerdorf Sørvær verliert seine Attraktion

Winter 1994: Die Kirchenglocken läuteten Heiligabend ein, da schwamm den Einwohnern des norwegischen Küstenortes Sørvær ein höchst seltsames Weihnachtsgeschenk zu: der russische Kreuzer »Murmansk«. Nun wird Sørvær seine einzige Attraktion wieder genommen - Tonne für Tonne. Als Schrott.

Der Kreuzer »Murmansk«, der sich auf seine letzte Reise zur geplanten Verschrottung in Indien gemacht hatte, riss sich vor der Insel Senja vom Schlepper los. Ohne Kapitän und Mannschaft trieb das 211 Meter lange Schiff der Swerdlow-Klasse vier Tage lang in schwerer See. Weder der Küstenwache noch der norwegischen Marine war es gelungen, den Havaristen wieder an den Haken zu bekommen. Dann krachte das einstige sowjetische Machtsymbol direkt unterhalb der NATO-Radarstation an die Felsen.

Das Schiff verschaffte der 300-Seelen-Gemeinde eine gewisse internationale Berühmtheit. Und es verbreitete Angst - nachdem in den norwegischen Medien Meldungen aufgetaucht waren, dass es radioaktive Stoffe an Bord der »Murmansk« geben soll - Angst und Schrecken. Dazu fürchtete man allerlei schädliche Verbindungen an Bord: Restöl, PCB, dazu Asbest - der Cocktail sei tödlich für das Küstengebiet, hieß es sogleich.

Die damals zuständige Küsten- und Fischereiministerin Helga Petersen wurde massiv kritisiert, weil sie angeblich über drei Jahre hinweg Informationen über die Umweltgefahren des Wracks zurückgehalten habe. Auch als staatlich bezahlte Meeresbiologen Entwarnung gegeben haben, beklagten die Fischer weiter einen rapiden Rückgang ihrer Erträge.

Es half nicht einmal, dass die als höchst wachsam bekannte Umweltorganisation »Bellona« bestätigte, dass die einst schwimmende Artilleriefeste nichts enthält, das die Natur gefährdet. Dennoch müsse das Wrack möglichst schnell geborgen werden, verlangte »Bellona«-Chef Frederic Hauge.

Inzwischen war die »Murmansk« zu einem Anziehungspunkt für Touristen geworden. Taucher verlegten Expeditionen hierher, denn der Kreuzer war das größte der rund 300 vor Norwegens Küste vermuteten Wracks. Im Sommer 2008 entschied die norwegische Regierung, das 17 000-Tonnen-Wrack zu beseitigen.

Doch Beschlüsse richten sich bisweilen nicht nach den Gegebenheiten. Und die waren nicht optimal. In aufwendigen Vorarbeiten wurden um das gestrandete Kriegsschiff Erd- und Steindämme gebaut. Dann pumpte man das Meerwasser ab und legte so die »Murmansk« trocken. Da es an der hoch aufragenden Felsenküste keine entsprechenden Straßen, geschweige denn eine Eisenbahnverbindung gibt, musste am äußeren Damm eine kleine Pier gebaut werden. Dort können Schiffe anlegen und die abgeschweißten Bestandteile des Kreuzers übernehmen.

Die Bergung wird von der AF-Group bewältigt. Sie ist ein führendes norwegisches Unternehmen, das sich um Energieerzeugung, Industriebau und Infrastrukturentwicklung kümmert. Wer den Arbeitern beim Abbruch der »Murmansk« zuschauen möchte, dem sei einen die Bilder der Webcam empfohlen, die AF gemeinsam mit der Küstenwache eingerichtet hat:

murmansk.livecam360.com/flash/main.php

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