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09.06.2012

Spiritualität und politischer Kampf

Pfarrer Bernhard Fricke über einen Gottesdienst für Flüchtlinge und die tödliche Abschottung Europas

Bernhard Fricke ist Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von »Asyl in der Kirche« und evangelischer Seelsorger in der Abschiebungshaft Berlin. Mit dem Pfarrer sprach Thomas Blum über kirchliches Engagement für Flüchtlinge.
Fricke
Bernhard Fricke

nd: Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Am 10. Juni soll in Berlin ein Gottesdienst an Flüchtlinge erinnern, die an Europas Grenzen zu Tode kamen. Was bringt ein Gottesdienst?
Fricke: Es gibt eine Initiative verschiedener europäischer Kirchen, so auch hier in Berlin, einmal im Jahr zum Weltflüchtlingstag einen Gottesdienst zu machen, in dem wir an die Menschen erinnern, die vermisst sind, die gestorben sind bei dem Versuch, Europa zu erreichen, und gleichzeitig darüber nachzudenken, was unsere Aufgabe in der Flüchtlingspolitik ist.

Ist die Verknüpfung von politischem Engagement mit einem Gottesdienst nicht relativ ungewöhnlich?
Nein. Das hat eine lange Tradition innerhalb der Kirche, dass wir unsere Klage vor Gott bringen und ihn bitten, uns Kraft zu geben, damit wir uns für Menschen engagieren können. Das ist die Kraft, die wir brauchen, um für Flüchtlinge da zu sein, um dieses europäische Grenzregime zu skandalisieren, immer wieder zu sagen, wie viele Menschen unter diesem Regime leiden, wie schwierig es ist, diese Mauern nach Europa zu überwinden. Spiritualität und politischer Kampf gehören zusammen. Das sehen nicht alle Menschen innerhalb der Kirche so, aber diejenigen, die die Flüchtlingsarbeit machen, sowohl in der Evangelischen wie in der Katholischen Kirche.

Die großen Kirchen in Deutschland engagieren sich kaum für Menschenrechte. Es sind riesige bürokratische Verwaltungsapparate geworden.
Genau diese Auseinandersetzung wird innerhalb der Kirche geführt. Die Kirchen sind Volkskirchen. Sie decken eine unheimliche Breite ab. Im Bereich der Flüchtlingsarbeit sind die Kirchen im Konzert derjenigen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, wichtige Träger der Aktionen: die Diakonie, die sich für Flüchtlinge einsetzt, die Beratung, auch zum Beispiel meine Tätigkeit als Pfarrer in der Abschiebehaft. Sich einzusetzen für die Menschen in der Abschiebehaft, gegen Abschiebungen, das ist kirchliches Engagement.

Was antworten Sie jemandem, der meint, das Gebet ist eine Handlung, deren Wirkung wenig gesichert oder wenig hilfreich ist?
Man könnte ja sagen: Beten ist das Letzte, was man auch noch tun kann. Wir verstehen das Gebet als ein aktives Dasein für die Flüchtlinge. Wir beten auch mit Flüchtlingen gemeinsam. Wir hatten jetzt gerade Gottesdienst mit Flüchtlingen zusammen. Wir verbinden das mit Aktionen. Es ist ja nicht nur das Beten. Wie heißt der alte schöne lateinische Spruch? »Ora et Labora«, bete und arbeite. Dieser praktische Einsatz gehört dazu. Aber dieser Gottesdienst ist natürlich auch Öffentlichkeitsarbeit.

Joachim Gauck oder Angela Merkel erinnern gerne an die an der innerdeutschen Grenze einst zu Tode gekommenen Flüchtlinge. Allein im Jahr 2011 sind mehr als 1500 Menschen auf dem Weg nach Europa im Meer ertrunken. Deren Tod wird anscheinend von der derzeitigen Politik schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Warum ist das so?
Nicht nur schulterzuckend zur Kenntnis, sondern billigend in Kauf genommen. Es ist deutsche Politik, zur Verschärfung der Abschottung Europas beizutragen und auch innerhalb Europas die Flüchtlingsproblematik eher zu verschärfen als sie zu entschärfen und alternative Konzepte zu entwickeln. Das ist ein großes Problem. Jeder Tote an jeder Grenze ist ein Toter zu viel. Da mache ich überhaupt keine Unterschiede. Dass auf Menschen geschossen wird, ist an jeder Stelle ein Skandal. Und wenn die Politiker sich dann nur an einer bestimmten Stelle engagieren, ist das ein Problem.

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