Von Klaus Bergmann und Jens Mende, dpa
09.06.2012

Auftaktsieg für den Titeldurchmarsch

Deutsche Elf will heute gegen Portugal gut ins Turnier starten

1972, 1980, 1996: Ein Auftaktsieg war jeweils die Grundlage für einen deutschen EM-Triumph. Lahm & Co. sehnen den Anpfiff herbei - Portugals Fußballheld Cristiano Ronaldo soll wieder leiden. Bastian Schweinsteiger soll das DFB-Mittelfeld zusammenhalten.

Die Titelmission beginnt - das nervtötende Warten auf die Kraftprobe mit Portugals Superstar Cristiano Ronaldo ist für Joachim Löws Fußballer kaum noch zu ertragen. »Die Vorbereitung hat sich hingezogen. Ich bin jetzt glücklich, wenn der Anpfiff ertönt«, erklärte der Bundestrainer. Am Samstagabend soll Ronaldo gegen Deutschland in Lwiw einmal mehr leiden und der schwarz-rot-goldene EM-Partysommer gleich auf Touren kommen. »Wir haben eine Hoffnung in Deutschland geschaffen«, sagte Kapitän Philipp Lahm zu den hohen Erwartungen: »Die Republik glaubt an uns.«

1972, 1980, 1996 - bei allen drei bisherigen EM-Triumphen war ein Auftaktsieg die Initialzündung für einen Durchmarsch durchs Turnier. »Klar wollen wir das Ding gewinnen«, erklärte Torhüter Manuel Neuer. »Wir sind gut vorbereitet«, ergänzte Torjäger Miroslav Klose, der seinen 34. Geburtstag mit einem Sieg und möglichst vielen Toren feiern will.

Einen »Titelautomatismus« gebe es nicht, mahnte Lahm. »Wir müssen mit der ersten Sekunde im Turnier sein«, sagte Löws Assistent Hansi Flick vor dem kurzen Flug vom regnerischen Gdansk in den ukrainischen Spielort Lwiw, wo es bedeckt, aber warm war.

Auch der Trainerstab ist gespannt, ob die personellen Risiken belohnt werden. Löw plagen insgeheim Zweifel wegen der ungewissen Wettkampftauglichkeit lange verletzter Leistungsträger wie Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker und Klose. Auch die mentale Stabilität von Jérome Boateng, der Portugals Schlüsselspieler Ronaldo als Rechtsverteidiger stoppen soll, muss sich im kleinsten EM-Stadion, das nur 30 000 Zuschauer fasst, im Ernstfall beweisen.

»Das Eröffnungsspiel ist immer eine Unbekannte«, räumte Flick offen ein: »Wenn das erste Spiel erfolgreich bestritten wird, ist ein kleiner Rückenwind da.« Zumal in der schweren deutschen Gruppe nur vier Tage später das brisante Duell mit Erzrivale Holland ansteht. »Das Niederlande-Spiel ist noch einen Tick schärfer«, so Flick.

Löw hat zunächst alles auf Portugal abgestimmt und ausgerichtet. »Wir sind nicht zu selbstbewusst und schon gar nicht arrogant oder überheblich«, versicherte er. Auf Schweinsteiger als Mittelfeldchef will er nicht verzichten: »Er macht einen guten Eindruck. Ich denke schon, dass die Mannschaft ihn auch braucht.«

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