11.06.2012

Schlecker-Töchter vor dem Aus

5000 Mitarbeiter betroffen

Stuttgart/Ehingen (dpa/nd). Den Schlecker-Töchtern IhrPlatz und Schlecker XL droht nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen Gläubigern und dem Münchner Investor Dubag das Aus. »IhrPlatz ist zu klein, um alleine überlebensfähig zu sein. Eine Abwicklung halte ich für den wahrscheinlichsten Ausgang«, sagte Thomas Roeb, Professor für Handelsbetriebslehre an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Sonntag. Damit wären auch die Schlecker-XL-Märkte am Ende, die Dubag mit hätte eingliedern wollen. Rund 5000 Mitarbeiter könnten bald auf der Straße stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Riesen Edeka und Rewe in letzter Minute doch noch für die insolvente Schlecker-Tochter interessieren, schätzte Roeb als sehr unwahrscheinlich ein.

Der Münchner Investor Dubag wollte ursprünglich IhrPlatz und die XL-Märkte übernehmen und fortführen, indem er die XL-Filialen bei IhrPlatz eingliedert. Die Verhandlungen dazu scheiterten am Freitag. Die Gründe für das Aus von IhrPlatz sind nach den Worten von Roeb vielschichtig, das Unterfangen sei aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. »Es gibt kein Beispiel in den letzten Jahren, dass ein so kleines Unternehmen überleben kann.« Dubag habe diese Schwierigkeiten bei der Fortführung der Unternehmen unterschätzt. Dubag sei nicht mehr in der Lage gewesen, dem größten Schlecker-Gläubiger Euler Hermes entgegenzukommen. Ein kritischer Punkt waren die Warenwerte, die von beiden Seiten als unterschiedlich hoch eingeschätzt worden waren. »Dubag hatte letztlich keinen Spielraum mehr«, erklärte Roeb. Insgesamt verlieren wegen der Insolvenz rund 25 000 Schlecker-Mitarbeiter ihren Job.

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