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Von Wilfried Neiße
12.06.2012

Kindheitsmuster nachmessen

Literaturbüro und Haus der Brandenburgischen Geschichte planen Ausstellung

Um Mitarbeit bittet das Brandenburgische Literaturbüro bei einem sehr ehrgeizigen Projekt. »Kindheit in Brandenburg« heißt das Vorhaben, das in Zusammenarbeit mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte erarbeitet werden soll.

Dazu ruft das Büro alle Brandenburger auf, die meinen, etwas Interessantes auf ein bis zwei DIN-A 4-Seiten aus ihrer Kindheit erzählen und Fotos dazu vorweisen zu können. Die Dokumente sollen Eingang finden in eine große Ausstellung, welche im Herbst 2013 in dem Museum in Potsdam eröffnet werden soll.

Die Beiträge werden laut Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (für SPD) auch in einem Internetportal verarbeitet und dienen so dazu, ein kollektives Gedächtnis zu bewahren. Schüler könnten dann anhand von Lebensläufen im Internet etwas über die Lokalgeschichte erfahren.

Projektleiter Peter Walther gab gestern an, schon rund 120 000 Fotos gesichtet zu haben. Es gehe darum, auf »originelle Art und Weise Kindheit zu illustrieren«. Er verspreche sich viel von Kartons mit alten Fotos auf Dachböden, Fotos, »die noch niemand durchgesehen hat«. Als Anliegen des Projektes nannte Walther, »den nostalgischen Blick zu durchbrechen« und verklärenden Bildern die Bilder der Wirklichkeit entgegenzusetzen. Dabei erwähnte er als negatives Beispiel ausgerechnet und wohl auch fälschlich Ehm Welks Bücher »Die Heiden von Kummerow« und »Die Gerechten von Kummerow«. Um idyllische oder verklärte Kindheit geht es in keinem der beiden Romane, sondern um die Dramatik einer Kindheit in gesellschaftlicher Umbruchszeit. Das würde gut in die konzipierte Ausstellung passen.

Zur Geschichte in Brandenburg gehören auch Konzentrationslager und Euthanasie, sagte Walther. Hier sei in Beziehung zum Thema Kindheit bislang praktisch kein Material vorhanden und werde dringend gesucht. Weniger erpicht seien die Aussteller auf das Sujet »Kinder in Uniform«, merkte er an. Denn davon stehe jetzt schon reichlich zur Verfügung. Der Projektleiter erinnerte an beinahe in Vergessenheit geratene Dia-Serien vieler Brandenburger und nannte sie »ungehobene Schätze«. Von den eingesendeten Materialien könnten es 250 bis 260 in die Ausstellung schaffen, doch wären die übrigen Einsendungen nicht umsonst. Sie könnten sich im Internet wiederfinden.

Die Schriftstellerin Antje Ravic-Strubel - jüngst erschien ihre »Gebrauchsanweisung für Brandenburg« - wird einen Text für den Begleitkatalog verfassen und sich darin ihrer DDR-Kindheit mit Schnipseljagd, Kleingarten und Kohlenstaub erinnern, wie sie ankündigte.

Museumsdirektor Kurt Winkler wies darauf hin, dass es im Land Brandenburg »kein Landesmuseum im klassischen Sinne gibt« und man daher, was Fotosammlungen betreffe, auf die Freigiebigkeit von Privatleuten angewiesen sei.

Alle Fotos bleiben Eigentum der Absender, versicherte Projektleiter Walther. Man greife gern auch auf Kopien zurück oder fertige selbst welche an.

Kontakt, Tel.: (0331) 23 70 02 58 oder info@zeitstimmen.de

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