13.06.2012

Abwicklung der WestLB auf der Kippe

Landesbank will Derivate nicht übernehmen

Düsseldorf (dpa/nd). Gut zwei Wochen vor der geplanten Zerschlagung der WestLB droht der Verkauf des letzten funktionsfähigen Teils der Düsseldorfer Landesbank zu scheitern. Der Grund ist ein Streit um die Übernahme eines millionenschweren Risikos aus einem Derivate-Portfolio der WestLB.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) will das Sparkassen- und das Mittelstandsgeschäft der WestLB übernehmen. Ihr Vorstandschef Hans-Dieter Brenner habe aber ausgeschlossen, dass sein Haus das Derivatepaket mit einem Verlustpotenzial von 300 Millionen Euro übernimmt, so ein Sprecher am Dienstag. Damit hängt das Geschäft am seidenen Faden. Bereits in der vergangenen Woche stellte Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) klar, dass das Land Nachverhandlungen über die Aufspaltung der WestLB und zusätzliche Risiken ablehnt: »Wenn dann eine Seite mit einem vorher nicht bemerkten Sack voll Lasten kommt, muss sie den aus der Welt schaffen - und zwar nicht, indem sie ihn sang- und klanglos beim anderen abstellt.«

Nach einer Telefonkonferenz am Montagabend setzten die Beteiligten ihre Gespräche am Dienstag fort. Die Zeit drängt, Brenner besteht auf eine schnelle Einigung. Er habe die Klärung aller Fragen inklusive der Freistellung der Helaba von Haftungsrisiken bis heute angemahnt, so der Sprecher. Brenner habe sogar gedroht, die Übernahme platzen zu lassen, berichtete das »Handelsblatt«.

Auf Druck der EU-Kommission muss die WestLB wegen massiver Staatshilfen bis Ende Juni abgewickelt werden. Nicht verkäufliche Aktivitäten werden in eine »Bad Bank« überführt, die bereits Milliarden-Volumen an Schrottpapieren abwickelt. Diese soll aus Sicht der Helaba auch die Derivate übernehmen.

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