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13.06.2012

Zappelphilipp am Piano

Lang Lang wird 30

Er ist ein globaler Klassikstar: Lang Lang spielt für Milliarden. Aus dem Wunderkind ist ein Klavierkönig geworden. Jetzt wird der Pianist aus China 30 - Zeit, an eine eigene Familie zu denken.

Gerade war Lang Lang beim Queen-Jubiläum in London, in Berlin hat er an fünf Tagen im Studio seine neue Chopin-CD aufgenommen, am Donnerstag feiert er seinen 30. Geburtstag, den er am Freitag mit einem Konzert in der O2-Arena begeht. Er hat dazu 50 Nachwuchspianisten aus aller Welt nach Berlin eingeladen und dazu Jazz-Legende Herbie Hancock. Der Kulturkanal Arte sendet das Geburtstagskonzert am Freitag ab 20.15 Uhr. Danach wird Lang Lang weiterziehen: Rom, wieder London, Saratoga, Luzern, Lübeck. Eine Karriere aus Koffern.

Es ist ein langer Weg gewesen bis zum Fünf-Sterne-Hotel am Gendarmenmarkt in Berlin, kurz bevor er 30 wird. Die Zeit der Kindheit, als er in engsten Verhältnissen in Peking aufwuchs und ein tyrannischer Vater ihm die Finger blutig schlug, damit er übt, scheint weit weg. Oben in der Suite wartet die stets mitreisende Mutter, mit drei Handys hält Lang Lang die Nabelschnur zum Rest der Welt aufrecht, zu Freunden und Geschäftspartnern.

Mit Zähigkeit, Disziplin und viel, viel Talent kämpfte sich Lang Lang aus den kleinen Verhältnissen hoch. Von 1997 bis 2002 studierte das Wunderkind am Curtis Institute in Philadelphia bei Gary Graffman, der unter anderem bei Vladimir Horowitz gelernt hatte. So nahm er den Faden der europäischen Klaviertradition auf, Daniel Barenboim wurde sein Mentor. Ein Youtube-Video zeigt den Meister und den Schüler beim Einstudieren von Beethovens »Appassionata« - eine atemberaubende Lektion in musikalischer Bildung.

Kritiker gingen nicht immer gnädig mit ihm um, machten sich lustig über die Zappelphilipp-Gesten am Piano, seine zur Schau gestellte Virtuosität, die irritierende Leichtigkeit seines Spiels. Dass er als Werbeträger für Großkonzerne unterwegs ist, nehmen ihm Puristen übel. Bei Lang Lang sind die Grenzen zwischen Pop und Klassik verschwunden.

Wer Ende 20 fast so berühmt ist wie Madonna und Messi, mit den Berliner Philharmonikern und dem New York Philharmonic Orchestra auftritt und zum Vorspielen von Barack Obama ins Weiße Haus und von der britischen Königin eingeladen wird, dem drohen die Lebensziele auszugehen. »Auf keinen Fall«, erwidert Lang Lang fast empört. »Die Kindheit ist schon lange vorbei, jetzt geht auch die Jugend zu Ende. Doch es liegt noch so viel vor mir«, sagt er - und es klingt ein wenig nach Befreiungsschlag. Denn nun hofft er, nicht immer nur die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen.

Etwa im Repertoire. Immer wieder musste er sie spielen, die Evergreens der Klaviermusik, die Konzerte von Tschaikowsky und Rachmaninow. »Um es offen zu sagen: Das erwarten das Publikum und die Veranstalter.« Doch jetzt tritt Lang Lang auf die Bremse: keine 150 Konzerte mehr im Jahr. »Ich will endlich auch mal Nein sagen. Jeder Musiker kann das.«

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