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13.06.2012

Russland lädt zu Syrien-Konferenz ein

Anti-Assad-Opposition empört / UN-Bericht: Damaskus missbraucht Kinder als Schutzschilde

Während Russland zu einer internationalen Konferenz über die Lage in Syrien einlädt, kommen aus dem arabischen Land neue Gräuelmeldungen.

Moskau/Damaskus (Agenturen/ nd). Im Syrien-Konflikt hat Russland zu einer internationalen Konferenz in Moskau eingeladen. Auch Iran als enger Verbündeter von Präsident Baschar al-Assad müsse teilnehmen, forderte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag. Das Treffen, für das zunächst kein Datum genannt wurde, solle auf Grundlage »konkreter klarer Prinzipien« stattfinden, sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax. Jetzt müssten auch die USA zu einer Lösung des blutigen Konflikts beitragen.

Iran hält eine Einmischung von außen für schädlich. »Die einzige Möglichkeit, die Krise in Syrien zu beenden, ist ein innerer Dialog zwischen der Regierung und der Opposition«, sagte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast am Dienstag in Teheran.

Angesichts der Zurückhaltung Russlands in der Syrien-Krise hat der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) für diesen Mittwoch zu Protesten vor den russischen Botschaften in aller Welt aufgerufen. »Syrer und Freunde des syrischen Volks« sollten ab 15 Uhr MESZ vor den diplomatischen Vertretungen demonstrieren, um »ihren großen Ärger über die offizielle Haltung Russlands deutlich zu machen«, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des SNC. Kritisiert wurde darin, dass Russland »das kriminelle Regime« von Präsident Assad weiter unterstütze.

Unterdessen wurde unter Berufung auf UN-Angaben gemeldet, dass syrische Regierungssoldaten 8- bis 13-Jährige als menschliche Schutzschilde benutzen würden. Kinder würden verstümmelt und getötet, gefoltert und sexuell missbraucht, wird in einem in der Nacht zum Dienstag in New York veröffentlichten UN-Bericht dargelegt. Täter seien Soldaten des Assad-Regimes, Angehörige von Geheimdiensten und der regimetreuen Schabiha-Miliz. Die Kinder würden gewaltsam aus Schulen und Wohnungen geholt und von Regierungstruppen als Schutzschilde eingesetzt, heißt es. Militärs postierten sie etwa direkt an Fenstern von Bussen, die mit Soldaten zu Einsätzen in Dörfern und Städten unterwegs seien. Schulen würden regelmäßig angegriffen, als Militärbasen und Gefängnisse genutzt. Als Gefangene würden Mädchen und Jungen geschlagen, ausgepeitscht und Elektroschocks ausgesetzt.

Ihr Team sei mit »schrecklichen« Schilderungen über gefolterte und massakrierte Kinder aus Syrien zurückgekehrt, sagte die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, dem Sender BBC. Danach erzählten Kinder, sie hätten sich auf Panzer setzen müssen, damit diese nicht von Aufständischen angegriffen würden.

Vor der Gewalt in Syrien sind am Dienstag 369 weitere Menschen in die Türkei geflüchtet. Darunter seien zehn Verletzte, die in Krankenhäusern behandelt würden, berichtete Anadolu. Bei den Menschen handele es sich vor allem um Frauen und Kinder, die in Flüchtlingslagern untergebracht werden. Nach Angaben des türkischen Außenministeriums halten sich derzeit mehr als 27 000 Syrer als Flüchtlinge in der Türkei auf.

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