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15.06.2012
Abseits

Vorwärts immer

Jirka Grahl. Der nd-Sportchef berichtet von der EM aus Polen und der Ukraine

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Eine Busfahrt die ist lustig, und billig noch dazu. Jedenfalls, wenn's vom Flughafen Simferopol zum städtischen Bahnhof geht. »Drei Griwna« verlangt der Fahrer, ein zahnloses Männlein mit sonnenverbranntem Gesicht. Sein Unterhemd ist speckig, die Haare liegen wirr. Seinen Blick hat er nach vorn gerichtet, den Fahrgast fixiert er durch Rückspiegel. Busfahreraugenkrankheit, weltweit verbreitet: Vorwärts immer, rückwärts nur, wenn's brennt.

Drei Griwna, das sind 30 Cent. Für eine halbe Stunde Fahrt, habe ich mich also verhört? »Nein, Söhnchen, mehr kostet's nicht!« sagt er und nimmt die drei gelben Scheine. »Hinsetzen bitte!« murmelt er und hilft auch gleich dabei, mit einem Kavalierstart, der mich auf die abgewetzte Sitzbank drückt. Heißa, was für eine Tour. Dieses ehemals gelbe Gefährt der Firma hat ein Drehmoment wie ein Turbodiesel. Auf geht's zum Bahnhof. Wer reist, muss vertrauen können. In die Leute, die man trifft, und in das eigene Gespür für den richtigen Weg.

Die Sonne brennt durch die milchigen Fenster. Ich wische mir den Schweiß aus den Augen und denke an die Ankunft der Deutschen bei der EM in der Ukraine: An den Kollegen, der abends um elf durch Kiew irrte, auf der Suche nach der richtigen Wohnung. Der die Tür in seinem Hausflur im Schein seines I-Phones suchen musste, weil es kein Licht gab. An mein Erschrecken am ersten Abend in Lwiw, wer da vor meiner Tür herumschleicht in unserem uralten Mietshaus. Es war die Babuschka von nebenan, auf dem Weg zur Außentoilette, die Wand an Wand mit meinem Badezimmer liegt.

Dieses Väterchen hier weiß, wie man Auto fährt. Zügig springt er in die Lücken, die Vorfahrt wird mit einem kurzen Hupen erkämpft. An den Haltestellen stoppt er mit ächzenden Bremsen. Und obwohl es doch ein Linienbus ist, vergewissern sich alle, die einsteigen, dass diese Fahrt hier wirklich zum Bahnhof fährt. Als wir auf die Schnellstraße biegen, belohnt uns das Väterchen mit der besten Klimaanlage, die man sich wünschen kann: Er öffnet die Tür. Mit flatternden Gardinen rasen wir davon.

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